Schuldenstand von 90 Millionen
Kleine Geister

Wahre Größe zeigt sich meist im Umgang mit den eigenen Fehlern. Die Manager von World Access und ihre Nun-doch-nicht-Tochter Teldafax demonstrieren gerade, dass sie eher zu den kleinen Geistern gehören.

HB DÜSSELDORF. Als quasi natürlichen Hauptschuldigen an ihrem Schlamassel haben sie die Telekom ausgemacht. Das klingt erst einmal gut, schließlich ist die Telekom ja gelegentlich durch Monopolisten-Gehabe aufgefallen. Nur: Im Fall der Zahlungsmodalitäten für gemietete Leitungen attestieren selbst viele Wettbewerber ihr ein hohes Maß an Kulanz.

Brutale Geldeintreiber jedenfalls hätten wohl kaum Teldafaxens monatliche Fünf-Millionen-Mark-Rechnungen zu einem Schuldenstand von 90 Millionen auflaufen lassen. Aber: Verklagen kann man ja immer, in den USA ist es schließlich schon Volkssport.

World Access verteilt gleich noch einen zweiten Schwarzen Peter an die deutsche Börsenaufsicht, die schuld daran sein soll, dass World Access die schon verkündete Teldafax-Übernahme jetzt doch nicht hinbekommen hat. Indessen verdient die Aufsicht großes Lob, wenn sie die Anleger vor diesem Papier schützt.

Denn wo World Access in Europa auftaucht, sind rote Zahlen (Netnet) und Insolvenzen (Star Telecom und Teldafax) nicht fern. Den Rechtsanwälten der Pleitiers jedenfalls kann man nur eines wünschen: Dass sie am Ende ihr Honorar bekommen.

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