Schuldverschreibung mit unendlicher Laufzeit
Landesbank Kiel plant Anleihe für Privatanleger

Die Landesbank Kiel will mit einer neuen Anleihe ihr Eigenkapital aufstocken und gleichzeitig Privatanleger als Geldgeber gewinnen.

cü FRANKFURT/M. Die Landesbank Kiel will mit einer neuen Anleihe ihr Eigenkapital aufstocken und gleichzeitig Privatanleger als Geldgeber gewinnen. Das Volumen der Schuldverschreibung soll mindestens 300 Mill. Euro betragen. Die Anleihe wird in Scheine mit einem Nennwert von je 1 000 Euro gestückelt und damit auch auf Privatanleger zugeschnitten. "Wir wollen unsere Investorenbasis verbreitern", sagte Landesbankmanager Martin Halblaub auf einer Präsentation in Frankfurt.

Ursprünglich hatte die LB Kiel, die mit der Hamburgischen Landesbank zur HSH Nordbank fusionieren wird, für die Anleihe einen Zinsschein von 8 % angekündigt. Gestern erklärte Halblaub, dass der Kupon um bis zu einem halben Prozentpunkt niedriger ausfallen könne.

Dennoch wird die Landesbank kein Problem haben, genügend Investoren zu finden. Bei den Konsortialführern BNP Paribas, Lehman Brothers und UBS Warburg hieß es, dass es schon Kaufaufträge über mehr als 300 Mill. Euro gebe.

Die Investoren bekommen die Zinsen allerdings nur, wenn die Landesbank Kiel beziehungsweise die HSH Nordbank in der Bilanz einen Jahresgewinn ausweist. Bei der Anleihe handelt es sich somit - wie bei allen so genannten Tier-1-Anleihen - um eine Form der stillen Beteiligung. Da sich stille Beteiligungen nicht als Anleihen handeln lassen, werden Tier-1-Anleihen von Zweckgesellschaften zu handelbaren und börsennotierten Wertpapieren umstrukturiert. Die Anleihe der LB Kiel wird von der Zweckgesellschaft Resparc Funding II begeben.

Die Ratingagentur Moody?s wird die Anleihe voraussichtlich mit A3 bewerten. Das entspricht einer guten Bonität; der Ausblick ist allerdings negativ. Bislang gibt es für Privatanleger konzipierte Tier-1-Anleihen in Euro nur von der IKB Industriebank und der Aareal Bank.

Die auf Privatanleger zugeschnittenen Tier-1-Anleihen können die Banken zu 100 % dem Kernkapital zurechnen. Denn die Verzinsung dieser Bonds bleibt während der unendlichen Laufzeit konstant. Für institutionelle Investoren konzipierte Tier-1-Anleihen haben auch eine unendliche Laufzeit, die Verzinsung steigt aber in der Regel nach zehn Jahren deutlich. Meist werden diese Anleihen dann getilgt, weil sie sonst für die Emittenten zu teuer werden. Solche Bonds können die Banken nur zu 15 % dem Eigenkapital zurechnen.

Die LB Kiel kann ihre neue Anleihe ab 30. Juni 2009 zurückkaufen. Durch diese Finanzspritze gewinnt das Institut Spielraum für das Neugeschäft. Denn Banken müssen ihre Geschäftsrisiken mit Eigenkapital absichern.

Bei Privatbanken sind Tier-1-Anleihen Anleihen gang und gäbe; unter den Landesbanken hat nur die LB Kiel zwei solcher Papiere ausstehen.

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