Schulen dringendes Problem
UN fordern Vorrang für Kinder im Irak

Der Schutz und die Erziehung der Kinder im Irak ist für das UN-Kinderhilfswerk UNICEF die vordringlichste Aufgabe beim Wiederaufbau des Landes. "Die Zukunft des Iraks hängt von der Gesundheit und dem Wohlbefinden seiner Kinder ab. Darin versagen wir zur Zeit. Dabei müsste dies absolute Priorität haben, nicht nur in Worten, sondern mit Taten", sagte UNICEF-Generaldirektorin Carol Bellamy am Freitag in Genf.

HB/dpa GENF. Neben der Ernährungsfrage, Minen, der Krankenversorgung und dem Streben nach Sicherheit für die Kinder seien derzeit die Schulen das dringlichste Problem, hieß es.

Vor allem im Norden des Iraks würden momentan bereits etwa 550 der so genannten Schule-in-einem-Karton-Ausrüstungen eingesetzt, die jeweils 80 Kinder und ihre Lehrer mit Materialien wie Stifte, Papier, Tafeln und Taschen versorgen, teilte UNICEF mit. Das Konzept sei, dass man für den Unterricht kein Gebäude brauche, sondern die Kinder überall lernen könnten. "Sie brauchen die Schule jetzt als Ort zum Spielen und ganz besonders, um ihre Erfahrungen zu verarbeiten", sagte ein UNICEF-Sprecher.

Aus Kreisen von US-Verantwortlichen verlautete, die Schulen in Bagdad und in anderen Gebieten sollten erst im Oktober wieder geöffnet werden. Das sei viel zu spät, erklärte UNICEF-Sprecher Damien Personnaz. UNICEF fordere, dass die Schulen so schnell wie möglich wieder funktionieren.

Die Rolle der UN in Irak sei gegenwärtig rein humanitär, sagte Marie Heuzé, Informationschefin des UN-Sitzes in Genf. Im Sicherheitsrat gebe es noch keinen Konsens über die Rolle der UN beim Wiederaufbau und der Verwaltung Iraks. Von den am 18. März evakuierten 700 internationalen UN-Angestellten im Irak seien 90 bis am Freitag wieder zurückgekehrt, hieß es.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte mit, dass für die Reparatur der zahlreichen beschädigten Krankenhäuser und den Unterhalt des Personals momentan monatlich 20 Mill. Dollar nötig seien. Damit könnte ein funktionierendes Gesundheitssystem im gesamten Irak gewährleistet werden. Die WHO hoffe, dass diese Mittel aus Spendengeldern zusammenkommen. Bisher hätten die UN von Geberländern 626 Mill. Dollar der benötigten rund 2,2 Mrd. Dollar für sechs Monate erhalten, sagte eine Sprecherin des UN-Koordinationsbüros für humanitäre Hilfe (OCHA).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%