Schulsystem sei "aus den Fugen geraten"
Kultusminister ohne Kraft für Reformen

Die Kultusminister der Länder haben nach den Worten der Vorsitzenden des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulrike Flach (FDP), "nicht die Kraft für die notwendigen Schulreformen".

dpa BERLIN. Flach erklärte am Montag, das deutsche Schulsystem sei offensichtlich "aus den Fugen geraten". Das miserable Abschneiden deutscher Schüler sowie alle anderen mit dem Schulleistungstest "Pisa" verbundenen schlechten Noten für das deutsche Bildungssystem belegten eindeutig: "Die Kultusminister der Länder haben die Ausbildung der jungen Menschen allein nicht mehr im Griff."

Flach forderte stattdessen eine Stärkung der Bund-Länder- Kommission für Bildungsplanung (BLK). Die verantwortlichen Minister von Bund und Ländern sollten sich darin über Rahmenbedingungen für die dringend notwendige Schulreform in Deutschland verständigen. Dies könne nicht länger allein den Ländern überlassen bleiben. Schule sei für den Wirtschaftsstandort Deutschland viel zu wichtig, als das jedes Bundesland weiterhin "isoliert sein politisches Hobby pflegt".

Politikerin fordert "nationalen Bildungsbericht"

Als "Sofortmaßnahme" forderte Flach eine Ausweitung der Vorschulerziehung und auch eine bessere Förderung von sozialschwachen Kindern schon im Kindergarten. Grundschule und alle weiter führenden Schulen zumindest bis Klasse zehn sollten als Ganztagsschule angeboten werden. Unter diesen Voraussetzungen könne sich Deutschland dann auch von seinem streng gegliederten Schulsystem trennen und mehr Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulformen erreichen.

Die Bildungspolitikerin forderte einen regelmäßigen "nationalen Bildungsbericht", der bisher von den Kultusministern der Länder "leider verweigert worden ist". Sie wollten sich offensichtlich nicht in die Karten gucken lassen, und weiterhin Schwächen und Fehler verschleiern, sagte Flach.

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