Schulte-Noelle erwartet "schlechtestes Ergebnis seit langem"
Allianz hält sich bei Dresdner alle Optionen offen

Die Allianz könnte sich nach Ansicht des scheidenden Vorstandschefs Henning Schulte-Noelle wieder von der Dresdner Bank trennen, falls die defizitäre Banktochter die Renditeziele des Konzerns langfristig verfehlt.

HB/rtr/dpa FRANKFURT. Jeder Geschäftsbereich im Konzern müsse eine angemessene Eigenkapitalrendite erwirtschaften, wer diesen Nachweis auf Dauer schuldig bleibe, stelle sich selbst in Frage, sagte Schulte-Noelle in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview der Wochenzeitung "Die Zeit". "Weil die Kapitalmärkte derzeit so schwierig sind, braucht die Dresdner Bank Zeit, ihre Probleme zu lösen. Schafft sie es nicht, stehen alle Optionen offen", sagte er weiter.

Die Allianz hat das vergangene Jahr nach Einschätzung von Konzernchef Henning Schulte-Noelle mit dem schlechtesten Ergebnis seit langem abgeschlossen. "Klar ist, dass 2002 kein gutes Jahr für uns war", sagte er. Er werde das voraussichtlich schlechteste Ergebnis der Allianz seit längerer Zeit persönlich auf der Hauptversammlung präsentieren. In den ersten neun Monaten 2002 hatte die Allianz einen Verlust von 924 Millionen Euro gemacht.

Im Allianz-Konzern hatte die Dresdner Bank im dritten Quartal 2002 allein knapp eine Milliarde Euro zum Konzernverlust von 2,5 Milliarden Euro beigetragen. Die Allianz hatte die Dresdner Bank Mitte 2001 für rund 24 Milliarden Euro übernommen.

Zugleich kündigte Schulte-Noelle an, dass der Konzern seine Aktienquote weiter reduzieren werde. "Die Tendenz unserer Aktienquote geht ganz klar nach unten", sagte er der Zeitung. Der Versicherer hatte die Kenngröße im vergangenen Jahr von deutlich über 20 Prozent Ende 2001 auf unter 20 Prozent zurückgefahren.

Die Aussage bedeute allerdings nicht, dass die Allianz vor massiven Verkäufen ihres Aktienbesitzes stehe, erklärte eine Unternehmenssprecherin vwd auf Nachfrage. Die Quote spiegele zum einen die Situation an den Kapitalmärkten wieder. Zum anderen reduziere sich die Aktienquote, da die Allianz auch in andere Anlageklassen investiere. Finanzvorstand Paul Achleitner hatte erst vergangene Woche erklärt, die Allianz sei "nicht unter Druck" und werde ungeachtet der Steuerfreiheit für Beteiligungsverkäufe "keine hektischen Aktionen unternehmen".

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