Schumacher „absolut zuversichtlich“
Aufholjagd in Schumis neuem Traumauto

Mit dem Traumauto ins Titelrennen - Michael Schumachers Warten hat ein Ende, die lang ersehnte Premiere des neuen Ferrari steht unmittelbar bevor. Mit seiner neuen "Liebe" will der fünfmalige Champion zur Aufholjagd in der Weltmeisterschaft starten und gleich beim Debüt des hoch gelobten F2003-GA einen Sieg einfahren.

HB/dpa BARCELONA. "Ich kann absolut zuversichtlich ins nächste Wochenende gehen und den WM-Kampf aufnehmen", erklärte der WM-Dritte vor dem Großen Preis von Spanien, wo er am Donnerstag nach den Tagen der Trauer über den Tod seiner Mutter ins Arbeitsleben zurückkehrte. Er kann den Barcelona-Hattrick und in den nächsten Wochen trotz 14 Punkten Rückstand die WM-Wende schaffen. Denn die silberne Konkurrenz fährt weiter im Vorjahresauto. "Von der Papierform her ist Ferrari in den nächsten vier Rennen Favorit", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir wollten einfach sicher sein, dass das Auto zuverlässig ist", erklärte Ferrari-Technikchef Ross Brawn am Donnerstag auf der ersten Pressekonferenz in Barcelona den späten Renneinsatz des neuen Ferrari. "Wir hatten einige unerwartete Probleme beim Testen." Der F2003-GA sei konkurrenzfähig, "aber man versteht ein Auto erst richtig, wenn man damit Rennen fährt".

Knapp drei Monate nach der Präsentation zeigt sich der wegen der kiemenartigen Luftauslässe von der Presse "roter Hai" genannte Ferrari am Freitag im Zeitfahren erstmals vor Renn-Publikum. "Ich freue mich sehr auf das neue Auto", sagte Schumacher über das Fahrzeug, in das er sich nach eigener Aussage von Anfang an verliebt hatte. "Wir wissen schließlich, dass es sogar noch schneller ist als unser WM-Auto." Mit dem er immerhin zuletzt in Imola den ersten Saisonsieg geholt hatte. Entsprechend optimistisch ist er für das Rennen am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere): Ziel könne nur sein, das Debüt des F2003-GA so zu gestalten, "wie ich den Abgang seines Vorgängers feiern konnte: mit einem Sieg".

Die Formel 1 blickt der Premiere mit großem Interesse entgegen. "Wenn der neue Ferrari tatsächlich sechs, sieben Zehntel schneller ist, müssen wir uns wirklich warm anziehen", sagte Ralf Schumacher. Allerdings mache er sich mehr Gedanken um die eigene Arbeit, so der BMW-Williams-Pilot, "wir haben genug zu tun und zu verbessern." Sauber-Fahrer Nick Heidfeld meinte: "Ich bin auch sehr gespannt."

Schumacher muss die nächsten Wochen nutzen, in denen er einen womöglich entscheidenden Vorteil gegenüber den bislang erfolgreichen Silberpfeilen hat: McLaren-Mercedes bringt das diesjährige Auto wohl erst Mitte Juni. Angst vor dem angeblichen "Wunder-Auto" haben die Silbernen aber nicht. Zwar sei Ferrari in Barcelona "Siegaspirant, keine Frage", meinte Haug. Aber: "Wunder gibt es im Rennsport nicht." Der Blick auf den WM-Stand macht selbstbewusst. "Klar freue ich mich. Nach einem Saisonviertel sind wir vorne. Wenn wir nach vier Vierteln immer noch vorne sind, freue ich mich ganz besonders", erklärte Haug. Derzeit rangiert Schumacher mit 18 Punkten hinter den Silberpfeil- Piloten Räikkönen (32) und David Coulthard (19). Ein Sieg in Barcelona wäre für Schumacher der dritte auf dem Circuit de Catalunya in Serie, bisher gelang dies nur Mika Häkkinen.

Unterdessen versicherte Schumacher, dass er noch lange nicht an ein Karriere-Ende denke. "Ich werde noch viele Jahre in der Formel 1 bleiben, und was danach kommt, interessiert mich erst mal nicht", sagte er der "Stuttgarter Zeitung". Er fühlt sich fit für das Wettrennen mit den Jungstars wie WM-Spitzenreiter Kimi Räikkönen und hat keine Angst vor einer Wachablösung. "Ich habe die vergangenen drei Jahre die Weltmeisterschaft gewonnen und stehe oben auf dem Sockel. Und ich bin nun mal der, den sie versuchen herunterzustoßen. Aber das ist auch in Ordnung so. Lieber vom Sockel gestoßen werden, als nie dort oben gewesen zu sein.

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