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Schumacher bei Wetterlotterie Zweiter - Trulli holt Pole

Michael Schumacher hat bei der Wetter-Lotterie in Spa-Francorchamps seinen Ruf als „Regen-König“ eindrucksvoll bestätigt - auch wenn es nur zum zweiten Platz reichte.

dpa SPA-FRANCORCHAMPS. Michael Schumacher hat bei der Wetter-Lotterie in Spa-Francorchamps seinen Ruf als "Regen-König" eindrucksvoll bestätigt - auch wenn es nur zum zweiten Platz reichte.

Der Italiener Jarno Trulli sicherte sich bei wesentlich besseren Bedingungen im Qualifikationstraining zum Großen Preis von Belgien die Pole Position. "Da kann man nichts machen, das war eine reine Lotterie. Wir hatten leider nicht die gleichen Verhältnisse", nahm der sechsmalige Formel-1-Weltmeister aus Kerpen die hauchdünne Niederlage gelassen hin. "Aber es besteht kein Grund zum Jammern. Aus der Position ist alles drin."

Auch wenn Schumachers Chance auf die Pole Position trotz einer bravourösen Leistung regelrecht vom Regen weggespült wurde, hat er beste Aussichten, in seinem "Wohnzimmer" vorzeitig zum siebten Mal den WM-Titel zu holen. Wegen eines Fahrfehlers auf der nassen Strecke rutschte Ferrari-Teamkollege Rubens Barrichello auf Rang sechs zurück. "Platz zwei ist eine gute Ausgangsposition für die Meisterschaft, da Rubens weiter hinten steht", sagte der souveräne Spitzenreiter. Schumacher (120 Punkte) benötigt aus dem Rennern nur zwei Zähler mehr als der Brasilianer (82), um sich zum fünften Mal in Serie zum Champion zu krönen.

Nur 72 Tausendstelsekunden fehlten dem Regen-Experten, der auf dem 6,976 km langen Ardennen-Kurs 1:56,304 Minuten lang unterwegs war, für die Pole Position. Bis zur zweiten Zwischenzeit lag Schumacher sogar vorn, büßte im letzten Drittel aber die entscheidenden Zehntel ein. "Am Schluss war es richtig schwierig", schilderte er seinen Blindflug im strömenden Regen. Renault-Rivale Trulli, der sich über die zweite Trainingsbestzeit seiner Karriere nach Monaco im Mai riesig freute, räumte fair ein: "Das war heute ein reines Glücksspiel." Sein spanischer Teamkollege Fernando Alonso belegte den dritten Platz.

Vom Witterungs-Wechsel profitierte auch der Schotte David Coulthard als Vierter, während der Finne Kimi Räikkönen im zweiten Mclaren-Mercedes nur Zehnter wurde. "Die Wetter-Lotterie hat andere noch schlimmer als uns getroffen. Aber beim Rennen sollten wir trotzdem gut sein", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Williams-BMW-Pilot Juan Pablo Montoya (Kolumbien) auf Platz elf und sein Teamkollege Antonio Pizzonia (Brasilien) als 14. sahen sich eher als Opfer. "Unsere Fahrer haben wie einige andere Pech gehabt", haderte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen mit den ungleichen Bedingungen. Auch Nick Heidfeld (Mönchengladbach) musste sich im Jordan-Ford mit 6,413 Sekunden Rückstand mit Rang 16 begnügen.

Zunächst hatte der Dauerregen die Formel 1 sogar völlig eingebremst: Das eigentlich aus zwei 45 Minuten langen Einheiten bestehende freie Training war wegen der widrigen Wetterverhältnisse erst um eindreiviertel Stunden verschoben, dann verkürzt und schließlich nach zwei Unfällen von Pizzonia und Minardi-Mann Gianmaria Bruni (Italien) nach etwa 13 Minuten abgebrochen worden. Beide Fahrer blieben unverletzt. Die Rennkommissare hatten sich aus Sicherheitsgründen für die Programmkürzung entschieden, nachdem das Safety-Car eine Runde gedreht hatte und der Rettungshubschrauber wegen schlechter Sicht nicht hätte landen können.

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