Archiv
Schumacher bezweifelt Sieg auf Hungaroring

Seriensieger Michael Schumacher bezweifelt, ob er seine beeindruckende Erfolgsserie beim Großen Preis von Ungarn fortsetzen und damit einen weiteren Weltrekord aufstellen kann.

dpa BUDAPEST. Seriensieger Michael Schumacher bezweifelt, ob er seine beeindruckende Erfolgsserie beim Großen Preis von Ungarn fortsetzen und damit einen weiteren Weltrekord aufstellen kann.

"Wir sind hier vielleicht nicht siegfähig, da die Streckencharakteristik nicht zu uns passt", sagte der sechsmalige Formel-1-Pilot , "Renault hat die größten Chancen". Und obwohl der Ferrari-Star schon beide Titel so gut wie in der Tasche hat und sich mit seinem Team für die Konstrukteurs-Krone in Budapest sogar eine Niederlage leisten kann, will er davon nichts wissen. "Ich bin da gerne Pessimist und möchte es bleiben."

Selbst wenn das rote Duo Schumacher-Rubens-Barrichello beim 13. Saisonlauf neun Punkte weniger als der weit abgeschlagene Verfolger Renault holen sollte, wäre Ferrari der sechste Marken-Titel in Serie sicher. Der Rheinländer blockte trotz des Riesenvorsprungs von 99 Zählern auf den französischen Rennstall aber ab: "So lange mathematisch nicht alles klar ist, möchte ich davon nicht sprechen." Immerhin ließ er sich dazu hinreißen, einen WM-Gewinn als sicher zu bezeichnen. "Wenn Fernando Alonso alle restlichen Rennen gewinnt, bin ich Weltmeister. Wenn Jenson Button alle gewinnt, haben wir den Konstrukteurs-Titel."

Diese äußerst unwahrscheinlichen Varianten verdeutlichen, wie sehr Schumacher und die Scuderia diese Saison bislang dominiert haben. Die nächsten zwei Triumphe winken: Gewinnt Schumacher zum zwölften Mal, übertrifft er seinen Weltrekord von 2002 mit elf Saisonsiegen schon vorzeitig. Zudem ist Ferrari dann Champion der Konstrukteure. Zugleich würde der 35 Jahre alte Kerpener mit einem Erfolg seine herbe Vorjahresschlappe wettmachen, als er wegen schlechterer Reifen mit einer Runde Rückstand nur den achten Rang belegt hatte. "Ich habe das nicht als meine härteste Niederlage empfunden, auch wenn ich überrundet wurde. Von daher brauche ich auch keine Wiedergutmachung", sagte er locker.

Überhaupt präsentierte sich der souveräne WM-Spitzenreiter - Schumacher führt mit 110 Punkten vor Barrichello (74) - nach der kurzen Sommerpause völlig entspannt vor dem zu erwartenden spannenden Kampf mit den auf dem langsamen Hungaroring stark einzuschätzenden Rivalen. Vorjahressieger Alonso und sein Teamkollege Jarno Trulli haben laut Schumacher wegen der guten Bremsleistung und Traktionsvorteile bei Renault die besten Chancen. Aber auch BAR-Honda mit Jenson Button, der jeglichen Kommentar zu seinem spektakulären Wechsel zu Williams-BMW 2005 verweigerte, sei zu beachten.

Als vernünftig bezeichnete Schumacher die Entscheidung seines in Indianapolis schwer verunglückten Bruders, in Budapest kein Comeback zu starten: "Wenn Ralf nicht 100-prozentig fit ist, macht es keinen Sinn, ein solches Risiko einzugehen." Ralf Schumacher hatte am 20. Juni bei seinem spektakulären Einschlag in die Betonmauer eine schwere Gehirnerschütterung erlitten und zwei Brustwirbel gebrochen.

Indes bereitet Ferrari bereitet den Generationenwechsel für die "goldene Ära" nach Schumacher und Teamchef Jean Todt vor. Die Verträge mit den beiden Galionsfiguren enden 2006 und es scheint eher unwahrscheinlich, dass sie danach weitermachen. Technik-Direktor Ross Brawn, Chefdesigner Rory Byrne und Motorendirektor Paolo Martinelli haben schon mehrfach angedeutet, dass sie in zwei Jahren ebenfalls aufhören wollen. Todt feilt seit längerem daran, dieses inzwischen amtsmüde glorreiche Quintett nach seinem Abgang einigermaßen gleichwertig zu ersetzen.

Die erste Nachfolge ist jetzt geregelt: Aldo Costa wird 2006 Byrne ablösen und schon jetzt den Ferrari für 2005 in Abstimmung mit dem als Aerodynamik-Guru geltenden Südafrikaner zeichnen. "Das Auto des nächsten Jahres wird mehr oder weniger von einem Tandem entworfen", bestätigte Brawn dem italienischen Fachblatt "Gazzetta dello Sport" den schrittweise vollzogenen ersten Wechsel an der Spitze. Der 44 Jahre alte Ingenieur arbeitet seit 1996 bei Ferrari. Teammanager Stefano Domenicali, Todts rechte Hand, soll zum Nachfolger des Franzosen als Teamchef aufgebaut werden. Der leitende Renningenieur Luca Baldisseri unterstützt immer stärker "Superhirn" Brawn. Mattia Binotto ist schon jetzt an der Strecke für die Triebwerke verantwortlich. Er soll Martinelli ablösen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%