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Schumacher feiert „feucht und fröhlich“ WM-Party

Michael Schumacher hatte, wie nach der ersten Champagner-Dusche auf dem Siegespodest schon angekündigt, seinen Titel-Triumph ebenso ausgelassen wie ausgiebig „feucht und fröhlich“ gefeiert.

dpa SPA-FRANCORCHAMPS. Michael Schumacher hatte, wie nach der ersten Champagner-Dusche auf dem Siegespodest schon angekündigt, seinen Titel-Triumph ebenso ausgelassen wie ausgiebig "feucht und fröhlich" gefeiert.

Fahrtüchtig war der frisch gebackene Formel-1-Champion nach der rauschenden WM-Party bis in die Puppen nur noch eingeschränkt. Mit 150 Gästen, darunter Gattin Corinna, Vater Rolf, seine beiden besten Kumpels aus Kerpener Kinderzeiten sowie das gesamte Ferrari-Grand-Prix-Team, genoss und begoss Schumacher seinen siebten Streich in seinem "Wohnzimmer" Spa-Francorchamps.

Die Fete im Dorinth-Hotel mit kaltem Buffet, einer reichhaltigen Auswahl an Alkoholika und einer Band, die bis weit nach Mitternacht einheizte, war nur der Auftakt zu einem Feier-Marathon. "Jetzt kommt das Schöne", freute sich Schumacher darauf. Am 31. August geht es mit der Party zu Luca di Montezemolos 57. Geburtstag weiter. "Ich freue mich, dass der Präsident mit beiden Titeln feiern kann", erinnerte er daran, dass die Scuderia ihrem Ferrari-Chef die Konstrukteurs- und Fahrer-WM termingerecht präsentiert.

Die Hölle wird bei den traditionellen Ferrari-Days in der "grünen Hölle" los sein. Schumacher wird sich - und wohl auch seine neue rote Mütze mit nunmehr sieben goldenen Streifen - auf dem Nürburgring tausenden von "Rotkäppchen" präsentieren. Ferrari feiert die vollbrachten Heldentaten dann angemessen beim Großen Preis von Italien am zweiten September- Wochenende. "Es wäre schön, wenn ich in Monza gewinnen könnte", hofft der Formel-1-König auf einen Sieg beim Ferrari-Heimrennen als Krönung einer überragenden Saison.

"Dieses Team schreibt ein einmaliges Kapitel in der Ferrari-Geschichte", wies Teamchef Jean Todt auf die in der Tat einmalige Erfolgsserie der Roten hin: Sechs Marken- und fünf Fahrertitel hintereinander hat es in 55 Jahren Formel 1 noch nie gegeben - und eine Kopie scheint kaum denkbar, vielmehr spricht vieles für eine Fortsetzung des Erfolgsmärchens.

"Schumi ist eine Legende. Er ist die Formel 1", glorifizierte das italienische Fachblatt "La Gazzetta dello Sport" den Ausnahmekönner. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug würdigte ihn als "König aller Rennfahrer". Für BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen ist Schumacher "eine Ikone". Der "absolute Ausnahmesportler" habe mit Ferrari "etwas Einzigartiges geschaffen, was vielleicht für immer Seinesgleichen sucht".

Basis dieser Einzigartigkeit ist neben dem Ausnahmetalent sicher auch Schumachers Einstellung zum Rennsport. Obwohl die Titel-Ernte vorzeitig eingefahren ist, macht der Perfektionist keine Abstriche am Arbeitsprogramm. Pflichtbewusst tritt er zu den dreitägigen Tests in Monza an, um sich für den Grand Prix vorzubereiten. Schumacher ist Profi vom Scheitel bis zur Sohle.

Grund zum Feiern hatten beim Großen Preis von Belgien auch Sieger Kimi Räikkönen und Mclaren-Mercedes. 28 Rennen lang mussten der Finne und das Team auf ein solches Erfolgserlebnis warten. Haug freute sich über die dank des zur Saisonmitte eingesetzten neuen Silberpfeils geglückte Wende. "Wir wollen den Trend fortsetzen und bei den restlichen Grand Prix weiter mitmischen", sagte der Mercedes-Mann. Morgenluft wittert auch Theissen, obwohl das Williams-BMW-Duo in Spa wegen technischer Defekte ausgeschieden war: "Räikkönens Sieg zeigt, wie schnell das Kräfteverhältnis kippen kann, und ist eine Motivation für alle anderen."

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