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Schumacher feiert Traumjahr: „Ich bin extrem stolz“

Mit ein paar Gläsern Caipirinha und fetziger Musik feierte Michael Schumacher sein Traumjahr bis in die Puppen. Zugleich konnte der „Party-Löwe“ mit dem National-Cocktail Brasiliens seinen Frust über den siebten Platz beim Saisonfinale in Sao Paulo hinunterspülen.

dpa SAO PAULO. Mit ein paar Gläsern Caipirinha und fetziger Musik feierte Michael Schumacher sein Traumjahr bis in die Puppen. Zugleich konnte der "Party-Löwe" mit dem National-Cocktail Brasiliens seinen Frust über den siebten Platz beim Saisonfinale in Sao Paulo hinunterspülen.

Ehefrau Corinna und ein paar Kumpels begleiteten ihn beim Zug um die Häuser. Der Kerpener kam zur Massenfete seines Teamkollegen Rubens Barrichello, bei der es die gesamte Ferrari-Truppe und ihre Formel-1-Partner gehörig krachen ließen. Auch beim Abschiedsfest von David Coulthard in einem Nobelschuppen schaute Schumacher samt Anhang vorbei.

"Ich bin extrem stolz auf unsere Leistungen", lobte der siebenmalige Weltmeister sein Team. "Das war eine außergewöhnliche Saison." Ferrari sei vor der Runde skeptisch gewesen und habe sogar eine Niederlage im Titelrennen einkalkuliert. "Und dann diese Dominanz!" Als Gründe für den doppelten WM-Gewinn führte Schumacher neben dem sportlichen Können die Harmonie und das gegenseitige Vertrauen im ganzen Team an: "Wir reiben uns nicht in politischen Spielchen auf."

So verwundert es kaum, dass sich Schumacher direkt nach dem Großen Preis von Brasilien und einer langen, Kräfte zehrenden Runde bereits auf das kommende Jahr freut. 2005 rechnet der Rheinländer allerdings mit etwas mehr Widerstand der dieses Mal meist klar beherrschten Konkurrenz. Lediglich Jarno Trulli in Monaco nach Schumachers Tunnel-Unfall, Kimi Räikkönen in Spa und jetzt Juan Pablo Montoya konnten den Siegeszug der Roten stoppen.

Rekordjäger Schumacher übertraf mit 13 Erfolgen und 148 Punkten bei seinem siebten Titel-Triumph von ihm bereits gehaltene Fabel-Bestmarken. Barrichello vervollständigte als Vizeweltmeister mit zwei Siegen den Erfolg von Konstrukteurs-Weltmeister Ferrari. Teamchef Jean Todt sprach stolz von "einem außergewöhnlichen Kapitel in der Geschichte unserer Scuderia."

Schumacher hatte trotz seiner brillanten Bilanz etwas daran zu knabbern, dass er seine Traumsaison nicht mit einem Sieg krönen konnte. "Ich hätte gerne einen drauf gesetzt", gestand er. "Aber wir können nicht alles gewinnen." Schließlich sei es dem Gegner auch zu gönnen, wenn er eine gute Leistung gezeigt hat.

Die zum Saisonende stärker aufgekommenen Widersacher deuteten an, dass sie in der kommenden Saison wohl kaum eine erneute Spazierfahrt Schumachers und seines Teams zum Fahrer- und Konstrukteurstitel zulassen werden. "Der Ausflug nach Brasilien wurde für Ferrari zum Albtraum", schrieb die "La Gazetta dello Sport". Die großen Verlierer der Saison aber sind die trotz einer Leistungssteigerung ins Mittelfeld abgestürzten Mclaren-Mercedes und Williams-BMW.

"Wir haben bewiesen, dass Ferrari schlagbar ist", stützte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug seine Hoffnungen auf eine bessere Zukunft und die neue Fahrer-Kombination Räikkönen/Montoya. "Wir sind im nächsten Jahr in einer starken Position", meinte der kolumbianische Sao-Paulo-Sieger. Schumacher teilt diese Ansicht: "Die zwei werden ein großes Wörtchen um den WM-Titel mitreden."

Mario Theissen hofft, dass auch Williams-BMW trotz des Wechsels von Ralf Schumacher (zu Toyota) und Montoya (zu Mclaren-Mercedes) kommendes Jahr von Beginn an ganz vorne mitfährt. "Das war ein toller Abschied und Motivationsschub", freute sich der BMW - Motorsportdirektor über den "versöhnlichen und schönen Abschluss einer verkorksten Saison fürs Team und die Fahrer". Ralf Schumacher meinte nach sechs durchwachsenen Jahren mit Williams: "Schade, dass wir nicht noch erfolgreicher waren."

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