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Schumacher gähnt und gibt Gas: Bestzeit

Mit einer eindrucksvollen Demonstration der Stärke ist Michael Schumacher nach seinem Horror-Crash auf die Rennstrecke zurückgekehrt.

dpa MONZA. Mit einer eindrucksvollen Demonstration der Stärke ist Michael Schumacher nach seinem Horror-Crash auf die Rennstrecke zurückgekehrt.

Mit einem frisch lackierten Helm in den italienischen Nationalfarben raste der Rekordweltmeister acht Tage nach seinem schweren Unfall auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Monza auf Anhieb zur ungefährdeten Bestzeit. "Wie man sieht, habe ich den Crash nicht allzu schlecht weggesteckt", sagte er.

Zwei Tage vor dem Großen Preis von Italien benötigte der schon als Weltmeister feststehende Ferrari-Star für die 5,793 Kilometer lange Runde gerade einmal 1:20,526 Minuten. "Ich glaube, wir sind gut vorbereitet. Aber ein Alleingang wird es nicht", sagte ein sichtlich zufriedener Schumacher. Der siebenmalige Weltmeister war bei der Generalprobe schneller als Spa-Gewinner Kimi Räikkönen im Mclaren-Mercedes, der als Nachmittagssieger 1:20,846 Minuten benötigte. Der Finne verdrängte den WM-Zweiten Rubens Barrichello noch von Gesamtrang zwei. "Ein schöner Auftakt, aber es ist unmöglich, jetzt schon Prognosen abzugeben. Ferrari bleibt die Messlatte", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Beim Heimspiel im königlichen Park freut sich Schumacher auf die WM-Party mit den Tifosi - mit seinem "italienischen Helm" demonstrierte er die Verbundenheit mit den Anhängern. "Ich habe Italien sehr viel zu verdanken", begründete er die Hommage und präsentierte in Monza neben seinem Helm auch seine neue WM-Mütze mit den sieben Sternen und den sieben Streifen.

Nachdem sich der Ausnahmepilot seinen siebten WM-Titel vor zwei Wochen beim Belgien-Grand-Prix geholt, und Ferrari die Marken-WM schon vor vier Wochen in Ungarn eingefahren hatte, soll sein brasilianischer Teamkollege Barrichello (88 Punkte) in den letzten vier Rennen des Jahres die Vize-Weltmeisterschaft unter Dach und Fach bringen. "Erst dann ist das Jahr ganz perfekt", sagte Schumacher. Der Brite Jenson Button (65) im BAR-Honda sowie die Renault-Piloten Jarno Trulli (Italien/46) und Fernando Alonso (Spanien/45) sind die Barrichello-Rivalen.

Seinen Crash nach einem Reifenschaden bei Tempo 345 km/h vor einer Woche hat der Familienvater längst abgehakt. Unbeeindruckt raste der 35-Jährige an der Unfallstelle vorbei. "Das hat doch nichts mit der Stelle zu tun. Ein Reifenschaden kann überall passieren." Trotzdem unterschätzt er die Gefahren seines Sports nicht: "Ein Restrisiko bleibt immer. Das ist so wie überall im Leben. Gegen das Schicksal kommt man nicht an."

Als es am Vortag in der Pressekonferenz um Leben und Tod ging, hatte Schumacher auf dem Podium herzhaft gegähnt. Seine Geste sagte mehr als tausend Worte. Schumacher ließ keinerlei Zweifel daran, dass er seine einmalige Formel-1-Karriere noch lange fortsetzen wird: "Ich liebe, was ich tue. Das sage ich immer wieder, aber es ist scheinbar schwer zu verstehen."

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