Schumacher hofft auf ersten Sieg in Österreich
Beflügelter Barrichello schlägt Schumacher

Der brasilianische Ferrari-Pilot fuhr im freien Training zum Großen Preis von Österreich Bestzeit und bezwang dabei Michael Schumacher um 0,003 Sekunden.

dpa SPIELBERG/ÖSTERREICH. Die überraschende Vertragsverlängerung um gleich zwei Jahre hat «Wasserträger» Rubens Barrichello auf dem A1-Ring offensichtlich beflügelt. Der brasilianische Ferrari-Pilot fuhr im freien Training zum Großen Preis von Österreich Bestzeit und bezwang dabei Michael Schumacher um 30 Tausendstelsekunden. «Vier Autos innerhalb einer Zehntelsekunde: Das wird eine enge Angelegenheit», prognostizierte der viermalige Formel- 1-Weltmeister aus Kerpen für die Qualifikation am (morgigen) Samstag und das Rennen. «Ich gehe davon aus, dass nicht nur Ferrari um die Spitze mitmischt.»

Schließlich blieben in Spielberg auch Williams-BMW-Konkurrent Juan Pablo Montoya als Dritter mit 0,064 Sekunden und der Finne Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes mit 0,108 Sekunden Rückstand auf Schlagdistanz. «Es wurde heute deutlich, dass weiterhin Ferrari die Pace macht, auch wenn unser Rückstand im Vergleich zu Barcelona wesentlich geringer ist», relativierte BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger dennoch übertriebene Erwartungen. «Ob es uns gelingt, einen Ferrari aus der ersten Startreihe zu sprengen, ist schwer abzuschätzen.» Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sprach von einem positiven Trainingstag. «Wir haben uns eine ordentliche Basis für das Rennen erarbeitet.»

Auch Ralf Schumacher bewertete seinen 12. Rang mit bereits 1,103 Sekunden Rückstand gelassen. «Es lief gar nicht so schlecht», sagte der nach einem Haarfärbe-«Unfall» mit grell-gelbem Löwenzahn-Schopf herumlaufende Williams-BMW-Pilot aus Kerpen. «Wenn wir das eine oder andere Abstimmungsproblem aussortieren, sollten wir um die ersten beiden Startreihen kämpfen.»

Frentzen und Heidfeldt nicht zufrieden

Davon kann beim Mönchengladbacher Duo Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld keine Rede sein. Arrows-Pilot Frentzen belegte den 13. Rang. Heidfeld musste sich ausgerechnet an seinem 25. Geburtstag mit Platz 16 begnügen. «Es sieht so aus, als hätten wir ein Problem mit der Lichtmaschine gehabt», sagte er enttäuscht. Eine halbe Stunde vor Trainingsschluss musste Heidfeld den Sauber-Petronas abstellen.

Probleme mit der rutschigen Piste hatten beinahe alle Piloten. Selbst Michael Schumacher rutschte auf dem 4,326 km langen Kurs ins Kiesbett. «Es liegt viel Dreck auf der Strecke», sagte der 33 Jahre alte Rheinländer und rieb sich die Augen. «Es ist schwierig einzuschätzen, wo sie schmutzig ist und wo nicht. Das wird eine rutschige Angelegenheit.»

Schumacher, der 1:10,579 Minuten benötigte, hofft am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/RTL und Premiere World live) auf ein Ende seiner «schwarzen Serie»: Noch nie konnte der 57-malige Grand-Prix-Sieger in der Steiermark gewinnen. Aber auch im Fall einer erneuten Niederlage bliebe sein Vorsprung in der WM-Wertung komfortabel. Vor dem 6. Saisonlauf führt der Spitzenreiter mit 44 Punkten souverän vor Montoya (23) und Bruder Ralf (20).

Ecclestone bestreitet Formel-1-Krise

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat unterdessen eine Krise der Königsklasse bestritten. Weder die Insolvenz des Kerngeschäftes des Münchner Medienkonzernes Kirch noch die Klagen der kleinen Rennställe über finanzielle Probleme bedrohten den Fortbestand des Rennspektakels, sagte der 71-jährige Brite in einem Interview mit der französischen Tageszeitung «Le Figaro» (Freitag-Ausgabe). Es sei auch keine Langeweile in der laufenden Saison zu befürchten, obwohl Weltmeister Schumacher dominiere. «Zu keiner Zeit war der Sport populärer», meinte Ecclestone. Das Spannende bei jedem Rennen sei die Frage, ob und wer es schaffen könnte, Schumacher zu besiegen.

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