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Schumacher hofft auf WM-Party im Wohnzimmer Spa

Mit einem Sieg will Michael Schumacher in seinem „Wohnzimmer“ Spa-Francorchamps beim Ferrari-Jubiläum den siebten WM-Titel perfekt machen und danach eine rauschende Party mit Zehntausenden von „Rotkäppchen“ feiern.

dpa SPA-FRANCORCHAMPS. Mit einem Sieg will Michael Schumacher in seinem "Wohnzimmer" Spa-Francorchamps beim Ferrari-Jubiläum den siebten WM-Titel perfekt machen und danach eine rauschende Party mit Zehntausenden von "Rotkäppchen" feiern.

"Ich bin fest entschlossen, ihnen eine gute Leistung und Grund zum Feiern zu bieten. Es wird sicher ein schönes Rennwochenende werden", versprach der Formel-1-Champion seinen Fans vor dem Großen Preis von Belgien. Nur noch zwei Pünktchen mehr als Teamkollege Rubens Barrichello benötigt Schumacher auf seiner Lieblingsstrecke, um schon vier Rennen vor Saisonschluss maßgerecht beim 700. Grand Prix der Scuderia den Titel zum fünften Mal in Serie in der Tasche zu haben.

Angesichts von Schumachers Dominanz mit zwölf Siegen in bislang 13 Rennen scheint der WM-Gewinn auf dem letzten klassischen Straßenkurs reine Formsache zu sein. Dass ihm die mit 6,973 km längste Strecke im Grand-Prix-Kalender zudem besonders liegt, hat er mit sechs Siegen und weiteren Glanztaten hinreichend bewiesen. Deshalb ist Schumachers Freude über die Rückkehr nach Belgien nach einjähriger Pause groß. "Für mich hat diese Strecke einfach einen besonderen Zauber", schwärmte er auf seiner Internet-Homepage. "Spa ist schlichtweg meine Lieblingsstrecke."

Mit Spa verbindet Schumacher "viele emotionale Momente". Kein anderer Grand Prix hat in seiner beeindruckenden Karriere eine solch große Rolle gespielt. Hier überzeugte der 22 Jahre alte Jungspund bei seinem Formel-1-Debüt 1991 auf Anhieb. Ein Jahr später feierte er bei typischem Ardennen-Regen seinen ersten Grand-Prix-Triumph. 2001 steigerte der inzwischen längst zum Superstar aufgestiegene Schumacher die Bestmarke des viermaligen Weltmeisters Alain Prost auf 52 Siege. Vor zwei Jahren schraubte er in Spa den damaligen Weltrekord an Saisonerfolgen auf zehn.

Aber auch Negativ-Erlebnisse schufen eine besondere Nähe zu dieser sportlich anspruchsvollen Piste: Ein regelwidriger Unterboden kostete den Benetton-Piloten 1994 am Rennabend nachträglich den Sieg. Vier Jahre später musste Schumacher in Belgien seinen Traum vom ersten Titel mit Ferrari nach einem schweren Unfall mit David Coulthard begraben.

Dieses Mal ist der erstmalige WM-Gewinn in Spa so gut wie sicher. Schumacher kann sich angesichts der roten Vorherrschaft auf eine ähnlich gemütliche Spazierfahrt wie bei den zurückliegenden Rennen freuen. Um "in meinem Wohnzimmer", wie der im nahen Kerpen aufgewachsene Rheinländer den Kurs gerne bezeichnet, den Titel zu holen, muss er nicht einmal gewinnen. Angesichts von 38 Punkten Vorsprung auf Barrichello (82) reichen Schumacher (120) schon zwei Zähler mehr. Sollte der Brasilianer punktlos bleiben, würde dem Deutschen schon ein siebter Platz zum Triumph genügen. "Für mich ist es wichtig, meine Leistung zu bringen. Alles andere kommt dann zwangsläufig", warnte der Seriensieger jedoch vor Rechenexempeln und Überheblichkeit.

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