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Schumacher in Ungarn hinter Räikkönen

Michael Schumacher hat trotz einer knappen Niederlage zum Auftakt des Großen Preises von Ungarn eindrucksvoll seine Ansprüche untermauert, seine Vorjahres-Schlappe auszubügeln und einen weiteren Weltrekord aufzustellen.

dpa BUDAPEST. Michael Schumacher hat trotz einer knappen Niederlage zum Auftakt des Großen Preises von Ungarn eindrucksvoll seine Ansprüche untermauert, seine Vorjahres-Schlappe auszubügeln und einen weiteren Weltrekord aufzustellen.

Der sechsmalige Formel-1- Weltmeister belegte im freien Training mit 0,125 Sekunden Rückstand auf Kimi Räikkönen den zweiten Platz. "Ich bin zufrieden, es lief ganz gut", kommentierte der Ferrari-Star sein Abschneiden. "Wir wussten, dass Ungarn ein schwieriges Pflaster für uns wird."

Räikkönen bestätigte auf dem Hungaroring bei Budapest als Schnellster den Aufwärtstrend der Silberpfeile. "Ein guter Auftakt. Wir waren schnell und konstant", konstatierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug zufrieden die Trainingsbestzeit des Finnen in 1:20,884 Minuten und den vierten Platz des Schotten David Coulthard im zweiten Silberpfeil. Auf Anhieb ausgezahlt haben sich auch die schlankere Nase am aerodynamisch stark veränderten Williams-BMW: Juan Pablo Montoya überraschte mit Rang 3. "Das ist positiv gelaufen", beurteilte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen das Debüt.

Schumacher benötigte auf dem 4,381 km langen Berg-und-Tal-Kurs 1:21,009 Minuten. Der Ferrari-Star aus Kerpen war damit knapp eine Sekunde schneller als der zehntplatzierte Vorjahressieger Fernando Alonso. Dies ist ein deutliches Indiz, dass Schumacher dank eines inzwischen deutlich verbesserten Bridgestone-Reifens bei Hitze mit den Michelin-Konkurrenten mithalten kann. "So, wie es gelaufen ist, bin ich sehr zufrieden und zuversichtlich", sagte der 35 Jahre alte Kerpener. Räikkönens Auftrumpfen habe ihn "überhaupt nicht überrascht".

Dem bescheidenen Abschneiden Alonsos in dem lediglich der Abstimmung dienenden Training maß Schumacher keine große Bedeutung bei. "Es kommt darauf an, wie viel Benzin im Tank ist. Renault darf man nicht unterschätzen. In Hockenheim waren sie im Training auch nicht so stark, dafür aber im Rennen", erinnerte er an den drei Wochen zurückliegenden eindrucksvollen Auftritt Alonsos. 2003 hatte der Spanier bei seinem Triumph in Budapest als jüngster Gewinner der Grand-Prix-Geschichte dank eines klaren Reifenvorteils Schumacher, der nur Achter geworden war, sogar überrundet.

Auch wenn Schumacher Renault zum Favoriten stempelt und befürchtet, "hier vielleicht nicht siegfähig zu sein", kann er darauf hoffen, seine eindrucksvolle Erfolgsserie fortsetzen zu können. Gelingt ihm sein 12. Sieg im 13. Saisonrennen, überbietet er seinen Weltrekord von elf Erfolgen aus seinem Traumjahr 2002. Zugleich wäre dann Ferrari vorzeitig zum sechsten Mal in Serie Konstrukteurs-Weltmeister, wobei dazu den souverän führenden Italienern sogar neun Punkte weniger als Renault reichen.

Der siebte Fahrertitel winkt Schumacher frühestens in zwei Wochen in Belgien. Vor Budapest führt der Rekord-Weltmeister mit 110 Punkten und damit 36 Zählern klar vor seinem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello (74). BAR-Pilot Jenson Button, dessen spektakulärer Wechsel zu Williams-BMW auch in Ungarn für Gesprächsstoff sorgte, ist weit abgeschlagen Gesamtdritter (61).

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