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Schumacher jagt in Brasilien weitere Weltrekorde

Mit weiteren Weltrekorden, Wiedergutmachung für den Vorjahres-Patzer und einem Jubiläum will Michael Schumacher beim Großen Preis von Brasilien sein Traumjahr würdig abschließen.

dpa SAO PAULO. Mit weiteren Weltrekorden, Wiedergutmachung für den Vorjahres-Patzer und einem Jubiläum will Michael Schumacher beim Großen Preis von Brasilien sein Traumjahr würdig abschließen.

"Hoffen wir, dass die Saison traumhaft endet", sagte der siebenmalige Weltmeister vor dem Formel-1-Finale am Wochenende in Sao Paulo. "Natürlich wollen wir das Rennen gewinnen." Für seinen Bruder Ralf, Nick Heidfeld, BMW und Mercedes geht es nach einem überwiegend enttäuschend verlaufenen Jahr darum, sich mit einem versöhnlichen Ergebnis in die Pause zu verabschieden.

Ein Sieg im Autodromo Jose Carlos Pace wäre für Michael Schumacher gewissermaßen das Tüpfelchen aufs i. Damit würde er zwei von ihm erst in diesem Jahr aufgestellte beeindruckende Bestmarken nochmals steigern. Gewinnt der 35 Jahre alte Kerpener auf dem holprigen "Berg-und-Tal-Kurs", kommt er auf 14 Siege bei 18 Saisonrennen und insgesamt 156 Punkte. Zudem reicht Schumacher schon ein dritter Rang, um seine 100. Podestplatzierung für Ferrari feiern zu können.

Grund zum Feiern haben Schumacher und die Scuderia wegen ihrer erdrückenden Überlegenheit aber auch unabhängig vom Rennausgang. "Wir hätten mit allem gerechnet, aber nicht mit einer solchen Dominanz", teilte der 83-malige Grand-Prix-Sieger auf seiner Homepage (www.michael-schumacher.de) mit. 2004 habe für das Team "Träume wahr werden" lassen.

Ein Alptraum wie im Vorjahr dürfte Schumacher diesmal in Sao Paulo erspart bleiben. Auf der nach Wolkenbrüchen teilweise überschwemmten Piste war er nach einem Fahrfehler schon in der 27. Runde in einen Reifenstapel gekreiselt. Rubens Barrichello hatte mit seinem Ausfall an der Spitze liegend später das Ferrari-Fiasko perfekt gemacht. Zu dem nach weiteren schweren Unfällen vorzeitig abgebrochenen Chaos-Rennen passte, dass Jordan-Pilot Giancarlo Fisichella erst drei Tage später am Grünen Tisch zum Sieger erklärt worden war.

Schumachers bisherige Brasilien-Bilanz spricht für einen Erfolg. Abgesehen von 2003 landete "Mr. Zuverlässig" bei zwölf Starts elf Mal in den Punkterängen und feierte dabei vier Siege sowie insgesamt zehn Podiumsplatzierungen. Kein Wunder, dass er nicht nur wegen der besonderen Begeisterung der Brasilianer und der technisch anspruchsvollen Strecke gern in die Ferrari-Hochburg reist.

Mit eher gemischten Gefühlen treten dagegen die anderen Deutschen in Sao Paulo an. Ralf Schumacher möchte Williams-BMW nach sechs Jahren "mit einem würdigen Ergebnis verlassen". Für den mit Titel- Ansprüchen gestarteten Rheinländer verlief das Jahr 2004 ziemlich verkorkst - mit seinem schweren Unfall in Indianapolis als Tiefpunkt. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen hofft, nach Ralf Schumachers zweitem Platz zuletzt in Suzuka "noch ein weiteres Highlight unter eine ansonsten bescheidene Saison setzen zu können".

"Natürlich wäre es schön, die Saison mit einem guten Ergebnis abzuschließen oder gar ein zweites Mal zu gewinnen", meinte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug. Schließlich hat Kimi Räikkönen als einziger Nicht-Ferraristi Michael Schumacher in Spa auf der Strecke geschlagen, da Jarno Trulli bei seinem Monaco-Sieg vom Ausscheiden des Weltmeisters profitiert hatte. Dem vom Formel-1-Aus bedrohten Jordan-Duo Nick Heidfeld und Timo Glock bietet sich die letzte Chance, sich unter Rennbedingungen für 2005 zu empfehlen.

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