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Schumacher lässt Karriereende offen: «Kein Plan»

Monte Carlo (dpa) - Michael Schumacher macht sich noch keine ernsthaften Gedanken über seinen Formel-1-Ausstieg und fährt möglicherweise auch nach 2006 noch für Ferrari.

«Ich habe keinen Plan über mein Karriereende», sagte der sechsmalige Weltmeister der dpa in Monte Carlo vor dem Großen Preis von Monaco. In der «Gazzetta dello Sport» hatte der 35 Jahre alte Rheinländer zuvor angekündigt, in spätestens fünf Jahren aufhören zu wollen. «Über 40 fahre ich nicht mehr. Und ich hoffe, dass ich diesmal Wort halte.»

Schumacher hatte sich in dem Interview mit der italienischen Sportzeitung eher locker-flockig über sein Karriereende geäußert. «Ich muss aufpassen, was ich sage, um nicht hinterher als Dummkopf dazustehen. Tatsache ist, dass man sich verändert», erklärte Schumacher, als ihn der Fragesteller mit einer Aussage von 1992 konfrontierte. Bei diesem ersten «Gazzetta»-Gespräch hatte der damals 23 Jahre junge Grand-Prix-Neuling versichert, mit 35 wolle er seinen Helm an den Nagel hängen.

Nach derzeitigem Stand fährt Schumacher aber mindestens noch mit 37. Denn erst in zwei Jahren endet sein aktueller Vertrag mit der Scuderia. Dass er sich durchaus eine Fortsetzung der erfolgreichen Partnerschaft vorstellen kann, hatte er schon im Januar beim Ferrari-Medientreffen in Madonna di Campiglio angedeutet. Trotz sechs WM-Titeln, 75 Grand-Prix-Siegen und zahlreichen weiteren Bestmarken hat der Nimmersatt weiterhin Heißhunger auf das Rennfahren. «Ich fahre, so lange ich Spaß habe», versichert Schumacher bei jeder Gelegenheit. Die neuen Vorschläge, den Rennkalender von 18 auf 20 Grand Prix auszuweiten, kommen ihm da gerade recht: «Weniger Tests und mehr Rennen würden mir gefallen.»

Gar nicht gefallen hat dem Fußballfan dagegen der Bundesliga-Abstieg seines Lieblingsclubs 1. FC Köln. «Darüber bin ich traurig. Ich habe felsenfest damit gerechnet, dass sie die Liga halten», sagte das FC-Mitglied. «Jetzt heißt es Daumen drücken, damit es gleich wieder hoch geht.» Für den Hobby-Kicker begann das Spektakel im Fürstentum ebenfalls nicht optimal. Das traditionelle Benefizspiel im «Stade Louis II» in Monte Carlo verlor die Piloten-Auswahl gegen Prinz Alberts Star-Team 3:4. Trotz eines dick bandagierten rechten Oberschenkels gelang Schumacher wenigstens ein Traumtor. «Man kann nicht immer gewinnen», sagte er gelassen.

Am Renntag will sich der Seriensieger dafür schadlos halten. Mit dem sechsten Erfolg im sechsten Saisonlauf würde er Nigel Mansells WM-Startrekord von 1992 übertreffen und zudem mit «Monaco-König» Ayrton Senna gleichziehen, der bislang als einziger Fahrer sechs Mal im Fürstentum gesiegt hat.

Unabhängig vom Ergebnis wird der Titelfavorit auf jeden Fall WM-Spitzenreiter bleiben. Vor dem Großen Preis von Monaco führt Schumacher souverän mit dem Maximum von 50 Punkten vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello (32). Saison-Überraschung Jenson Button im BAR-Honda ist Dritter (24) vor dem gleichauf liegenden Renault-Duo Fernando Alonso und Jarno Trulli (je 21).

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