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Schumacher rutscht in Schanghai von der Strecke

Auch Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher und Ferrari sind nicht unfehlbar. Bei der Qualifikation zum Großen Preis von China in Schanghai rutschte der siebenmalige Champion schon in der ersten Kurve seiner schnellen Runde von der Strecke.

dpa SCHANGHAI. Auch Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher und Ferrari sind nicht unfehlbar. Bei der Qualifikation zum Großen Preis von China in Schanghai rutschte der siebenmalige Champion schon in der ersten Kurve seiner schnellen Runde von der Strecke.

Nun muss er im Rennen von ganz hinten das Feld aufrollen. "Das ist mir noch nie passiert", sagte Schumacher, "das sorgt jetzt für Spannung." Einen Grund für den Dreher hatten er und sein Team unmittelbar nach dem Rennen noch nicht gefunden. "Wir haben die Daten studiert, aber daraus hat sich kein Hinweis ergeben. Wir müssen das Auto noch checken", sagte er und hatte selbst noch keine Idee: "Die Kurve ist eher eine untersteuerte Kurve. Abruptes Übersteuern ist etwas ungewöhnlich dort. Deshalb habe ich noch keine Lösung parat."

Profiteur vom Missgeschicks des Kerpeners, der im Pre-Qualifying noch vorn gelegen hatte, war sein Teamkollege Rubens Barrichello. Der Brasilianer eroberte sich in 1:34,012 Minuten die Pole Position vor Kimi Räikkönen im Mclaren-Mercedes (1:34,178) und Jenson Button im BAR-Honda (1:34,295) und rettete die Ferrari-Ehre. "Ich bin 20 Sekunden sprachlos gewesen, geradezu geschockt. Aber er ist nicht draußen. Er hat nur ein härteres Rennen", traut Barrichello seinem Teamkollegen noch eine erfolgreiche Aufholjagd zu.

Dies bewies Schumacher zuletzt vor zwei Wochen in Monza. Nach einem Dreher kurz nach dem Start fuhr er noch bis auf Platz zwei vor. "Das hat in Monza sehr viel Spaß gemacht. Aber ich war der Meinung, dass dies in diesem Jahr genug sein sollte", sagte der 35-Jährige, der sich nach dem schlechtesten Qualifikations-Ergebnis seiner Karriere vor den Kameras von RTL und Premiere erstaunlich gut gelaunt und gelassen gab. "In erster Linie geht mir durch den Kopf, dass die Weltmeisterschaft schon entschieden ist. So ein Fehler kann natürlich auch genau das Gegenteil bewirken, wenn die Meisterschaft noch nicht entschieden wäre. Insofern kann man das relaxt sehen."

Vor dem 16. von 18 Saisonrennen auf dem brandneuen und ultramodernen Kurs in Schanghai stehen Michael Schumacher und Ferrari als Fahrer- und Konstrukteurs- Weltmeister bereits fest. Schumachers Teamkollege Barrichello benötigt nur noch vier Punkte, um zum zweiten Mal nach 2002 Vize-Weltmeister zu werden.

Auch Ralf Schumacher war über den Ausflug seines Bruders erstaunt. Einige Mechaniker bei Williams-BMW klatschten allerdings, als sie die Bilder im Fernseher sahen. "Ich muss mich dafür entschuldigen. Das war aber keine Schadenfreude, sondern Erleichterung, dass bei Ferrari auch mal was passiert", sagte der 29-Jährige.

Er meldete sich nach seiner dreimonatigen Verletzungspause wegen des Unfalls im Juni in Indianapolis mit dem fünften Qualifikationsplatz in der Formel 1 zurück. Für die 5,451 km lange Strecke benötigte er 1:34,891 Minuten und war damit 0,879 Sekunden langsamer als Barrichello, aber wesentlich schneller als sein Teamkollege Juan Pablo Montoya auf Rang elf. "Die zweite Runde war vergeigt, es hat aber gereicht für einen halbwegs guten Platz", sagte Ralf Schumacher.

Der zweite Formel-1-Rückkehrer Jacques Villeneuve blieb im Renault indes unspektakulär. Der Weltmeister von 1997, der in Schanghai sein erstes Rennen seit Jahr bestreitet, wurde 13 (1:35,384). Nick Heidfeld (Mönchengladbach/1:36,507) und Timo Glock (Bensbach- Wersau/1:37,140) belegten die Ränge 15 und 17.

Die Aufholjagd von Michael Schumacher wollen beim ersten Grand Prix in China rund 200 000 Zuschauer sehen. Die Strecke, etwa 40 km von Schanghai gelegen, gilt als die derzeit modernste und mit Kosten von 260 Mill. Euro auch als die teuerste Formel-1-Anlage.

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