Schumacher sieht Umsatz-Tiefpunkt erreicht
Infineon klagt über harten Preisdruck

Infineon-Aktionäre brauchen einen langen Atem: Für den Chef des Halbleiter-Herstellers, Ulrich Schumacher, ist die Branchenschwäche noch lange nicht bewältigt.

jojo DRESDEN. "Es gibt weiter große Überkapazitäten am Markt und der Preisdruck hält an", sagte Schumacher gestern in Dresden. "Und daran wird sich so schnell nichts ändern", dämpfte der Vorstandsvorsitzende des Münchener Unternehmens die Hoffnung auf eine schnelle Besserung.

Zuletzt hatten große Chiphersteller wie Intel von einem leicht besseren Geschäftsverlauf berichtet und damit für steigende Aktienkurse gesorgt. Immerhin erwartet Schumacher aber, dass "der Boden beim Umsatz erreicht ist". Infineon war im vergangenen Geschäftsjahr 2000/01 (zum 30.9.) bei einem um 22 % gesunkenen Umsatz mit rund 1 Mrd. Euro in die roten Zahlen gerutscht. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 1,7 Mrd. Euro verdient.

Infineon leidet wie die gesamte Branche unter den stark gefallenen Preisen für Speicher-Chips und der niedrigeren Nachfrage nach Halbleitern aus der Telekommunikation. Um das Speicher-Geschäft wieder auf die Beine zu bringen, will Schumacher das Geschäft mit dem japanischen Konzern Toshiba bündeln. Die Verhandlungen mit Toshiba seien offenbar schon weit gediehen, hieß es in Dresden. Ein Abschluss stünde aber nicht unmittelbar bevor, betonte Schumacher, der das Konzept bereits dem Aufsichtsrat vorgestellt hat. Infineon werde an einem Gemeinschaftsunternehmen mit Toshiba auf jeden Fall die Mehrheit behalten. Schumacher schloss es nochmal aus, sich an den Kosten für den nötigen Umbau der Spreicherchip-Sparte von Toshiba zu beteiligen.

Die Infineon-Aktie verlor am Mittwoch zwischenzeitlich über 7,5 %. Auslöser war die Ankündigung, auf der kommenden Hauptversammlung erneut die Voraussetzungen für eine Kapitalerhöhung zu schaffen. Wenn die Aktionäre zustimmen, kann Infineon bis zu 350 Mill. neue Aktien ausgeben, zum Beispiel um damit Übernahmen zu finanzieren. Erst im Sommer hatte Infineon über eine Kapitalerhöhung 1,5 Mrd. Euro in die Kassen geholt.

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