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Schumacher startet als 18. - Barrichello holt Pole

Michael Schumachers Siegchancen beim Großen Preis von Brasilien sind quasi auf Null gesunken. Nach einem schweren Unfall, verpatztem Qualifying und einer Strafversetzung kann der siebenmalige Formel-1-Weltmeister beim Saisonfinale nur von Platz 18 starten.

dpa SAO PAULO. Michael Schumachers Siegchancen beim Großen Preis von Brasilien sind quasi auf Null gesunken. Nach einem schweren Unfall, verpatztem Qualifying und einer Strafversetzung kann der siebenmalige Formel-1-Weltmeister beim Saisonfinale nur von Platz 18 starten.

"Es ist ganz schwer, nun aufs Podium zu kommen", machte sich der zerknirscht wirkende Kerpener kaum noch Hoffnung, in Sao Paulo zum 100. Mal mit Ferrari einen Podestplatz feiern zu können.

Grund zu überschwänglicher Freude hatte dagegen sein Teamkollege Rubens Barrichello. Der Brasilianer holte sich im Einzelzeitfahren die Pole-Position und darf nun davon träumen, im zwölften Anlauf endlich erstmals sein Heimrennen zu gewinnen. Zehntausende begeisterter Landsleute feierten ihren "Rubinho" im Autodromo José Carlos Pace mit Sambaklängen und Sprech-Chören. "Das ist einfach toll", sagte Barrichello sichtlich bewegt. "Jetzt habe ich gute Chancen, den Grand Prix zu gewinnen."

Für Schumacher begann sein "schwarzer Samstag" mit einem schweren Unfall kurz vor Ende des freien Trainings am Vormittag. Auf dem holprigen Berg-und-Tal-Kurs verlor er in der Ferrardura-Kurve die Kontrolle über seinen Ferrari und prallte nach einem Dreher seitlich rückwärts in einen Reifenstapel. "Es war ganz einfach: Ich verlor das Auto, hatte dann untersteuert und flog deshalb ab", schilderte er den Crash. "Beim Rennen werde ich wohl den einen oder anderen Muskel spüren", sagte Schumacher, der den heftigen Einschlag unverletzt überstand. Sein Auto war dagegen schrottreif und hatte im Heck gebrannt, so dass er im Qualifying in den Ersatzwagen umsteigen musste.

"Als das Auto zerstört in der Leitplanke stand, konnte von der Pole keine Rede mehr sein", war dem frustrierten Rheinländer schon zu dem Zeitpunkt bewusst, dass er wegen des Motorenwechsels um zehn Plätze nach hinten strafversetzt wird. Nach dem enttäuschenden achten Platz im Qualifying mit 0,740 Sekunden Rückstand war die Pleite dann perfekt. "Schade für Michael", spendete der überglückliche Barrichello seinem Teamkollegen Trost. Schumacher hofft nun darauf, dass der für den Grand Prix wahrscheinliche Regen das Feld durcheinanderspült.

Volle Zufriedenheit herrschte auch bei Williams-BMW, Mclaren - Mercedes und Sauber: Der Kolumbianer Juan-Pablo Montoya erkämpfte sich zum Abschied von den Weiß-Blauen den zweiten Platz. Kimi Räikkönen (Finnland) kam im Silberpfeil auf Rang drei vor dem überraschend starken Lokalmatadoren Felipe Massa im Sauber-Petronas. "Wir haben eine gute Position fürs Rennen", sagte BMW - Motorsportdirektor Mario Theissen. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug meinte: "Eine klasse Runde von Kimi und eine gute Strategie fürs Rennen lassen hoffen."

Ralf Schumacher (Kerpen) blieb dagegen als Siebter bei seinem Abschieds-Grand-Prix mit Williams-BMW hinter seinen Erwartungen zurück. Das Jordan-Duo Nick Heidfeld (Mönchengladbach) und Timo Glock (Wersau) musste sich mit den Rängen 17 und 19 begnügen.

Indes haben sich der Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) und die Formel-1-Kommission darauf verständigt, den umstrittenen Qualifikations-Modus zu verändern. In der kommenden Saison bestreiten die Fahrer Samstags nur noch ein einstündiges Einzelzeitfahren. Am Sonntag erfolgt vor dem Rennen ein zweiter Durchgang. Beide Zeiten werden addiert und so die Startaufstellung ermittelt. Bislang fanden beide Durchgänge am Samstag statt und nur die Zeit des letzten Qualifyings entschied über die Startaufstellung.

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