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Schumacher will nicht für Barrichello fahren

Für Träume ist im knallharten Grand-Prix-Sport laut Michael Schumacher kein Platz. „In der Formel 1 geht es nicht um Träume, sondern um die Realität“, lehnte der kategorisch Schützenhilfe für Rubens Barrichello beim Großen Preis von Brasilien ab.

dpa SAO PAULO. Für Träume ist im knallharten Grand-Prix-Sport laut Michael Schumacher kein Platz. "In der Formel 1 geht es nicht um Träume, sondern um die Realität", lehnte der kategorisch Schützenhilfe für Rubens Barrichello beim Großen Preis von Brasilien ab.

Der siebenmalige Weltmeister weiß, dass "ein Sieg hier einer seiner größten Träume ist". Schumacher schätzt seinen Teamkollegen aus Südamerika aber auch als stark genug ein, ohne seine Unterstützung im zwölften Anlauf erstmals sein Heimrennen in Sao Paulo gewinnen zu können. "Rubens ist stark und voll motiviert. Nichts spricht gegen seinen Erfolg", sagte er.

Entscheidend ist für Schumacher, dass beim Saisonfinale die Roten das Rennen unter sich ausmachen. "Zielsetzung ist, dass ein Ferrari gewinnt und der andere den zweiten Platz belegt", hofft der 35 Jahre alte Kerpener im Autodromo José Carlos Pace auf den neunten Doppelsieg als krönenden Abschluss eines weiteren Traumjahres. "Mal schauen, wer die Nase vorn hat."

Trotz aller Zuversicht geht Schumacher aber nicht davon aus, dass der Grand Prix ein Selbstläufer wird. "Mclaren-Mercedes sollte hier stark sein. BAR müssen wir beachten und mein Bruder Ralf zählt ebenfalls zum Favoritenkreis", listete der viermalige Brasilien-Sieger eine Reihe ernsthafter Konkurrenten auf. "Das wird kein leichtes Spiel für uns." Diese Erfahrung hatte Schumacher im Vorjahr gemacht, als er beim später abgebrochenen Chaos-Rennen auf der nach einem Wolkenbruch teilweise überschwemmten Strecke schon in der 27. Runde in einen Reifenstapel gerutscht war.

Regen ist auch dieses Mal vorhergesagt - wobei solche Wetterbedingungen dem "Regen-König" normalerweise liegen. Dazu war es in Sao Paulo bislang trotz Frühlingsbeginn mit Temperaturen unter 20 Grad außergewöhnlich frisch. "Ich habe auf Rubens gehört und nur T-Shirts und kurze Hosen mitgebracht", sagte der in einen warmen Pulli gehüllte Schumacher. Mit so einer Kälte habe er nicht gerechnet.

Zudem startete der Hobby-Kicker mit einer Niederlage in das Grand-Prix-Wochenende. Gegen eine durch Prominente verstärkte 1b-Mannschaft des Spitzenclubs Palmeiras FC verloren die Piloten 3:5. Schumacher per Elfmeter, Barrichello und Giancarlo Fisichella trafen für die Fahrer-Elf. Der Erlös dieses Benefizspiels floss an das Kinderhilfsprojekt "Crianca Esperanca". Apropos Fußball: Schumacher lobte den Stil und die Aufräumarbeit des neuen Teamchefs Jürgen Klinsmann. "Ich hätte ihm nicht zugetraut, dass er das so konsequent macht. Das ist alles sehr vernünftig", sagte er.

Viel Spaß hatte der frühere KfZ-Mechaniker bei einem Jux-Wettkampf im Reifenwechsel mit Barrichello und Ross Brawn, dem Technischen Direktor bei Ferrari. Angefeuert von der kompletten Mechaniker-Mannschaft kam Schumacher mit dem Pressluft-Schrauber am rechten Vorderrad immer besser zurecht und stellte zum Schluss eine persönliche Bestzeit auf.

Auch wenn Schumachers volle Konzentration dem letzten WM-Lauf gilt, freut er sich schon auf die Winterpause: "Ich werde abschalten, etwas Distanz gewinnen, um dann im neuen Jahr wieder voll motiviert anzugreifen." Auf die ersten Testfahrten Ende November will er verzichten. Aber vielleicht kann der Naturliebhaber in den langen Ferien seinen "Traum, mit Walen zu tauchen" verwirklichen.

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