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Schumacher winkt schon in Hockenheim WM-TitelDPA-Datum: 2004-07-21 13:39:36

Stuttgart (dpa) - Weltmeister Michael Schumacher winkt schon beim Heimrennen der erste Titelgewinn in dieser Saison.

Stuttgart (dpa) - Weltmeister Michael Schumacher winkt schon beim Heimrennen der erste Titelgewinn in dieser Saison.

Ferrari benötigt beim Großen Preis von Deutschland 13 Punkte mehr als Verfolger Renault, um sich so frühzeitig wie noch kein Team zuvor in 55 Jahren Formel-1-Geschichte die Konstrukteurs-Wertung zum sechsten Mal in Serie zu sichern. «Hockenheim wird ein besonderer Spaß, da bin ich mir sicher», sagte Schumacher, der mit einem Sieg sein Teil zu diesem weiteren Rekord beitragen will. «Zusätzlichen Druck verspüren wir in dieser Hinsicht nicht - wir sind als Team so stark in diesem Jahr, es müsste schon viel passieren, um uns diesen Titel noch zu nehmen.»

Rein rechnerisch ist es noch möglich, dass die Roten trotz eines Riesenvorsprungs von 95 Punkten die Konstrukteurs-WM verpassen. Aber dann müsste Renault in den ausstehenden sieben Saisonläufen jeweils Doppelerfolge feiern, und Schumacher und sein Teamkollege Rubens Barrichello dürften zusammen nur noch zwölf Zähler holen. Dies ist so unwahrscheinlich wie eine Hitzeperiode am Nordpol. Allenfalls eine Verzögerung bis zum nächsten Grand Prix in Ungarn nach der dreiwöchigen Sommerpause ist denkbar.

«Wenn es an diesem Wochenende nicht gelingt, wird es eben etwas später gelingen», teilte Schumacher entspannt auf seiner Internet-Homepage (www.michael-schumacher.de) mit. In Budapest könnte Ferrari den bisherigen Rekord von Mclaren allerdings nur einstellen: 1988 hatten Alain Post und Ayrton Senna mit ihrer Siegesserie dem britischen Top-Team den Markentitel schon fünf Rennen vor Saisonschluss gesichert.

WM-Spitzenreiter Schumacher kann noch einen weiteren Rekord einstellen und zugleich ein außergewöhnliches Jubiläum feiern. Triumphiert der 80-malige Grand- Prix-Gewinner auf dem 4,574 km langen Kurs, so egalisiert er bereits im 12. von 18 Läufen seine Bestmarke von elf Saisonsiegen aus seinem bislang alle Rekorde übertreffenden Traumjahr 2002. «Ich gehe davon aus, dass wir ein Wörtchen um den Sieg mitreden werden», stimmte er seine Fans und die Konkurrenz schon einmal darauf ein, dass angesichts der drückenden Ferrari-Dominanz zum dritten Mal nach 1995 und 2002 in Hockenheim ein «Schumi-Festival» angesagt ist.

Zudem kann der Kerpener zum 50. Mal in Serie von einem technischen Defekt verschont bleiben. Letztmals aus diesem Grund fiel der sechsmalige Weltmeister ausgerechnet auf dem Hockenheimring aus: Am 29. Juli 2001 stoppte ihn in der 24. Runde eine kaputte Benzinpumpe. Danach schied Schumacher nur noch zwei Mal aus: In Sao Paulo verlor er am 6. April 2003 im Wolkenbruch wegen Aquaplanings die Kontrolle über seinen Ferrari; am 23. Mai 2004 krachte ihm Juan Pablo Montoya im Tunnel von Monaco ins Auto.

Für die Konkurrenz bleibt wohl nur das Nachsehen, auch wenn speziell Mclaren-Mercedes dank des neuen Silberpfeils MP 4-19B einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht hat. So dicht auf den Fersen wie Kimi Räikkönen zuletzt beim britischen Grand Prix war Schumacher in dieser Saison noch keiner. «Wir hätten Ferrari schlagen können, wäre es in Silverstone heißer gewesen», trauerte Teamchef Ron Dennis der knapp verpassten Siegchance nach. «Das heißt, unsere Chancen für Hockenheim stehen also nicht schlecht.» Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sieht die Silbernen «nicht als einzige Jäger von Ferrari. BAR-Honda, Renault und Williams-BMW zählen ebenfalls dazu.»

Bei Williams-BMW herrscht indes wenig Zuversicht auf einen großen Coup. Mit Wehmut erinnerte Montoya an seinen bis dato letzten Sieg vor einem Jahr in Hockenheim. «Es wäre Zeit für den nächsten Erfolg», sagte der Kolumbianer. «Das würde dem Team Aufschwung geben und unsere Position verbessern. Aber wir wissen, dass das derzeit schwierig ist.»

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