Schumachers Liebe auf den ersten Blick: Ferraris Tribut an Agnelli

Schumachers Liebe auf den ersten Blick
Ferraris Tribut an Agnelli

Michael Schumacher hat sich auf den ersten Blick in seinen neuen Ferrari verliebt. "Als ich das Auto gesehen habe, ist mir das Herz aufgegangen. Es ist ein schneller Wagen und er sieht gut aus. Ich liebe dieses Auto", sagte der fünfmalige Formel-1-Weltmeister bei der Präsentation seines neuen Dienstwagens am Freitag im italienischen Fiorano.

HB/dpa FIORANO. In der Landessprache kündigte der deutsche Starpilot vor 600 geladenen Gästen für die am 9. März in Melbourne beginnende Formel-1-Saison weitere Großtaten an: "Ich möchte wieder die Weltmeisterschaft gewinnen."

Den neuen roten Renner, der noch viel windschnittiger aussieht als das Weltmeister-Auto des vergangenen Jahres, hat der italienische Traditionsrennstall auf den Namen "F2003-GA" getauft und damit sein Formel-1-Auto dem vor zwei Wochen gestorbenen Fiat-Ehrenpräsidenten Giovanni Agnelli gewidmet. "Ohne Fiat wäre der Erfolg nicht möglich gewesen", erinnerte Ferrari-Chef Luca di Montezemolo an den großen Mann, der 81 Jahre alt wurde und auch Schumachers Mentor gewesen war. "Ich bin stolz, ihn gekannt zu haben. Er stand uns in schwierigen Momenten immer bei und hat den Druck von uns genommen", sagte Schumacher.

Als das Ferrari-Piloten-Quartett mit Schumacher und dem Brasilianer Rubens Barrichello an der Spitze in der futuristisch gehaltenen neuen Logistikabteilung der Rennwagenschmiede den neuen Wagen auf der Drehbühne ins Licht der Öffentlichkeit rückte, kam unter dem roten Ferrari-Tuch ein stark veränderter Formel-1-Bolide hervor. "Wir fangen diese Saison an, als ob wir noch nie etwas gewonnen hätten. Dieses Auto verkörpert unsere Bereitschaft zum Risiko und unsere Entschlossenheit", begründete Montezemolo die Veränderungen.

Das Heck des Boliden ist etwas schmaler gehalten als beim Vorgänger, die Nase des "F2003-GA" liegt etwas höher. Vor den Hinterreifen wurden kleine Heckflügel mit geschwungenen Luftleitblechen montiert. Der neue V10-Motor ist flacher und leichter. Er soll weniger als 90 Kilogramm wiegen und rund 890 PS leisten. Auch das Getriebe ist kleiner und damit etwas leichter. Die ersten Testrunden sollen in der nächsten Woche in Fiorano gefahren werden.

Der neue Ferrari wird dann allerdings erst beim vierten Saison- Rennen am 20. April in Imola eingesetzt werden. "Wir bringen das neue Auto, wenn es nötig ist", kündigte Teamchef Jean Todt an. Schon im Vorjahr war Ferrari mit dieser Maßnahme gut gefahren, Schumacher gewann im "Altwagen" das Auftakt-Rennen in Australien. 15 von 17 WM- Läufen gewannen die "Roten" im vergangenen Jahr. Schumachers "F2002" war dank seiner Zuverlässigkeit der Garant für die einmaligen Erfolge gewesen.

Der 34 Jahre alte Ausnahmefahrer kürte sich in Magny Cours nach elf Rennen zum schnellsten Weltmeister aller Zeiten und stellte mit dem fünften WM-Titel die Bestmarke des Argentiniers Juan Manuel Fangio ein. Sein Teamkollege Barrichello wurde Vize-Weltmeister und Ferrari gewann zum vierten Mal in Folge die Marken-Weltmeisterschaft. "Ich habe das Ziel, die Titel wieder zu holen", gab sich auch Barrichello selbstbewusst und war ebenfalls begeistert von seinem fahrbaren Untersatz: "Bellissima."

Die in den vergangenen Wochen heiß diskutierten Regeländerungen, die für mehr Spannung in der Königsklasse des Motorsports sorgen sollen, lassen Ferrari indes kalt. "Im Endeffekt werden sich die besten Autos und Fahrer weiter durchsetzen. Auch wenn es Überraschungen geben wird", glaubt Todt. Schumacher-Manager Willi Weber glaubt gar: "Die Regeländerungen sind maßgeschneidert für Schumi." Der Weltmeister selbst erwartet im Titelkampf Williams-BMW mit seinem Bruder Ralf und McLaren-Mercedes als Rivalen.

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