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Schumi im Regen-Training vorne - Qualifikation abgesagt

Aus Angst vor dem Taifun „Ma on“ hat die Formel 1 erstmals in ihrer Geschichte eine Qualifikation für einen Großen Preis abgesagt und fährt in Suzuka auf Nummer sicher.

dpa SUZUKA. Aus Angst vor dem Taifun "Ma on" hat die Formel 1 erstmals in ihrer Geschichte eine Qualifikation für einen Großen Preis abgesagt und fährt in Suzuka auf Nummer sicher.

Während sich Weltmeister Michael Schumacher vom heranziehenden Wirbelsturm nicht beeindrucken ließ und im strömenden japanischen Regen die Konkurrenz im Training nach allen Regeln der Fahrkunst nass machte, wurde die überflutete Rennstrecke am Abend aus Sicherheitsgründen für den kompletten Samstag gesperrt. Auch den Teams wurde ein fernbleiben empfohlen. "Man macht sich schon Gedanken, über die Ausmaße, was so alles passieren kann", sagte Schumacher.

Sollte sich das Wetter wieder bessern, werden die 20 Piloten unmittelbar vor dem vorletzten Saisonrennen um die besten Startplätze kämpfen. Nach wie vor ist das Rennen angesetzt. "Wenn die Strecke fahrbar ist, ist das kein Problem", sagte Schumacher zur Doppelschicht. "Angesichts des Wetters ist das die richtige Entscheidung", lobte BMW - Motorsportdirektor Mario Theissen den Weltverband FIA und die Organisatoren.

Als die Dunkelheit kam, wurde das Fahrerlager sturmfest gemacht. Taue wurden um Kisten gezogen, Netze gespannt. "Unter solchen Bedingungen ist es vernünftig, nicht zu fahren", fand Williams-BMW - Pilot Ralf Schumacher. Sehr bedrohlich ist das Unwetter an die japanischen Hauptinsel Honshu herangezogen mit Windgeschwindigkeiten von über 300 km/h. Im Fahrerlager liefen die Wetter-Computer heiß und die Teams trafen sich zu Krisensitzungen. "Wenn der Taifun Japan erreicht, dann wird es viel Regen geben", sagte Lokalmatador Takuma Sato (BAR-Honda). Schon 80 Menschen sind in diesem Jahr Opfer der Naturgewalten geworden - zuletzt forderte "Meari" am 30. September 16 Menschenleben. Es war bereits der achte Taifun, der in 2004 das japanische Archipel getroffen hatte. So oft hintereinander haben die Naturgewalten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nicht zugeschlagen.

Das Regen-Training vor dem Großen Preis von Japan entschied Schumacher klar zu seinen Gunsten. "Große Erkenntnisse gibt es nicht, denn es war zu nass", sagte er. Unter dem Wolken verhangenen Himmel war der siebenmalige Weltmeister auf der 5,807 Kilometer langen Piste in 1:45,388 Minuten gleich über sieben Zehntelsekunden schneller als der Italiener Giancarlo Fisichella im Sauber. Fast 1,4 Sekunden lag der "Regenkönig" am Ende vor dem Finnen Kimi Räikkönen (Finnland), der im Mclaren-Mercedes Dritter wurde vor Schumachers Teamkollege Teamkollegen Rubens Barrichello (Brasilien/1:46,874). "Zum Glück für uns alle sind alle wichtigen Entscheidungen schon gefallen", sagte Weltmeister Schumacher.

Mit den Plätzen sechs und sieben zeigten die Jordan-Piloten Timo Glock und Nick Heidfeld bei den schwierigen Bedingungen ihre fahrerische Klasse. "Hoffentlich bleibt es so, denn dann haben wir mit unserem unterlegenen Auto eine kleine Chance", sagte Glock. Ralf Schumacher dagegen war im Williams-BMW als Zwölfter mit einem Rückstand von 4,348 Sekunden auf den Bruder sehr weit zurück. "Ich würde gerne glauben, dass wir besser arbeiten können, aber danach sieht es momentan leider nicht aus."

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