Schumi zeigt Mitleidmit Konkurrenz
Nicht ein Sandkorn im Getriebe

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher gewinnt in der Wüste von Bahrain auch den dritten Grand Prix der Saison. Dennoch gibt BMW Williams die Hoffnung noch nicht auf, die Lücke noch schließen zu können. McLaren Mercedes indes scheint nach dem Debakel in der Wüste kein erntshafter Konkurrent mehr. Schumi selbst zeigte nach dem Rennen schon so etwas wie Mitleid mit der Konkurrenz.

MANAMA. Ein paar Beobachter in der Boxengasse starrrten am Sonntagmorgen fast sehnsüchtig zu dem Sandsturm, der sich der Rennstrecke von Manama in Bahrain näherte und dann Minuten später alles mit einem milchig-weißen Schleier überzog. Dieser Sturm könnte doch auch die Ferraris von der neu gebauten Formel-1-Strecke wehen, witzelten diese Beobachter. Aber am Nachmittag, als das Rennen begann, da herrschte klare Sicht, die Lufttemperatur lag bei 31 Grad, und die gefühlte Temperatur der Ferrari-Fans lag noch weit höher. Es gibt ja viele heißblütige Ferraristi, und die feierten Michael Schumacher. Sie feierten, wie sie ihn immer feiern. Mit dem Geheul aus Pressluftsirenen, mit heftigem Applaus und mit wildem Flaggen-Gewedel.

Und Michael Schumacher, der sechsmalige Weltmeister winkte aus dem Cockpit seines Ferraris den Fans auf den Tribünen zufrieden zu. Er hatte gerade seinen 73. Grand-Prix gewonnen, aber in Bahrain, mitten in der Wüste zu siegen, das hatte etwas. Es war schließlich eine Premiere. Es war der erste Grand-Prix in dem Wüstenstaat. Dreimal in Folge hat Schumacher nun schon gewonnen, 2000 hatte er sogar die ersten vier Rennen gewonnen. Anders gesagt: Es war eigentlich alles wie immer. Schumacher ist die dominante Figur der Formel 1, bedeutsam ist wieder mal nur, wie groß der Vorsprung auf den Zweiten ist. Diesmal waren es knapp 1,4 Sekunden auf Rubens Barrichello, Ferrari. Dritter wurde der Brite Jenson Button im BAR-Honda.

Rubens Barrichello kam Schumacher nur beim Start wirklich nahe, als die Ferrari-Piloten nebeneinander mit qualmenden Reifen in die erste Kurve einbremsten. Danach hatte der Brasilianer nie mehr eine echte Chance. Dass die Formel 1 nun Gefahr läuft, wieder zur Formel Schumacher zu werden, stört den Weltmeister nicht sonderlich. "Das ist schließlich nicht mein Problem. Ich kann ja nicht absichtlich langsamer fahren. Die anderen Teams müssen aufholen."

Nur: wie? Bei Juan Pablo Montoya nahm irgendwann mal das Getriebe Schaden, so dass der BMW-Williams-Pilot nur bis zum vierten Gang schalten konnte. Als er ins Ziel schlich, landete er auf Platz 13. Doch auch ohne dieses Manko hätte BMW-Williams keine Chance gehabt, gab BMW-Motorsportchef Mario Theissen zu. Und Ralf Schumacher, der zweite Pilot von BMW-Williams, wurde nach einer Kollision mit Takuma Sato zurückgeworfen und kam als Siebter ins Ziel.

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