Schusswechsel in Kaschmir: Gespräche zwischen Indien und Pakistan ungewiss

Schusswechsel in Kaschmir
Gespräche zwischen Indien und Pakistan ungewiss

Indien und Pakistan haben sich in der Nacht zum Mittwoch erneut Grenzscharmützel geliefert, bei denen es aber nach indischen Angaben keine Opfer gab. Offen blieb, ob beide Länder über ein Gipfeltreffen versuchen wollen, ihre Spannungen um die Kaschmir-Region abzubauen.

Reuters NEU-DELHI/ISLAMABAD. Indiens Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee und Pakistans Präsident Pervez Musharraf wollen am Freitag in Nepal an einer regionalen Gipfelkonferenz teilnehmen. Großbritanniens Ministerpräsident Tony Blair will kommende Woche in beiden Ländern Vermittlungsgespräche führen.

Ein hoher indischer Polizeivertreter sagte in Jammu, die pakistanisch Seite habe grundlos das Feuer eröffnet, "das unsere Truppen effektiv erwiderten". Verletzte habe es aber keine gegeben. In den vergangenen Tagen waren mehrere Menschen bei den mit Granatwerfern und Maschinengewehren ausgetragenen Gefechten getötet worden. Ein Vertreter der pakistanischen Armee sagte am Mittwoch in Muzaffarabad, der Hauptstadt des unter pakistanischer Verwaltung stehenden Teils von Kaschmir, die Lage sei "überaus explosiv und gefährlich". Kleine Zwischenfälle könnten jederzeit außer Kontrolle geraten.

Vajpayee hatte in seiner Neujahrsansprache Gespräche angeboten, wenn Pakistan seine "anti-indische Mentalität" ablege und die Unterstützung für Rebellenorganisationen, die für die Loslösung Kaschmirs von Indien kämpfen, einstelle. Aus dem Umfeld von Valpayee verlautete allerdings, für ein Treffen mit Musharraf in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu bestünde "keine Chance". Dies gelte auch für ein Treffen auf Außenministerebene.

Pakistan war zuletzt indischen Forderungen nach Bekämpfung militanter Gruppen nachgekommen und hatte die Büros von zwei Organisationen geschlossen und unter anderen auch deren Chefs verhaftet. Indien macht die radikal-islamischen Organisationen Jaish-e-Mohammad und Lashkar-e-Taiba für den Anschlag auf das Parlament in Neu-Delhi verantwortlich. Pakistan hat seinerseits auch grundsätzliche Bereitschaft zu Gesprächen betont. "Pakistan möchte alle offenen Fragen im Dialog lösen", sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

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