Schutz-Software im Blickpunkt: Markt für IT-Sicherheit ist hart umkämpft

Schutz-Software im Blickpunkt
Markt für IT-Sicherheit ist hart umkämpft

Internet, E-Commerce und Videokonferenzen zwingen Unternehmen zu einer immer stärkeren Öffnung ihrer Netze. Die Zahl der Angriffe durch Hacker und Viren steigt rasant. Der IT-Sicherheitsmarkt boomt.

Von Thomas Nonnast

FRANKFURT/M. Die Anbieter von Sicherheitssoftware für Informationstechnologie(IT)-Systeme können sich auf der bevorstehenden Computermesse Cebit 2002 auf regen Andrang einstellen. Denn die Hersteller von Antivirensoftware, Programmen für die Prüfung elektronischer Dokumente oder für die Verschlüsselung von Daten und zum Schutz vor Zugriffen ungebetener Gäste freuen sich derzeit an vollen Auftragsbüchern.

Insgesamt werden Unternehmen und Privatanwender im laufenden Jahr voraussichtlich mehr als 4,3 Mrd. $ in die Sicherheit ihrer IT-Systeme stecken. Das schätzen die Marktforscher von Gartner Dataquest. Das Marktvolumen wächst im Durchschnitt um 13 % jährlich. Bei Verschlüsselungstechnologien erwarten die Marktbeobachter sogar eine Zunahme um mehr als ein Viertel. Kein Wunder: "Alle sechzig Sekunden wird ein Computer, der im Internet hängt, auf mögliche Schwachstellen abgeklopft", weiß Christian Emmerich, Sicherheitsexperte beim Computerkonzern IBM, aus eigener Erfahrung.

Trotz steigender Nachfrage seitens der Wirtschaft und privater Kunden stehen die Anbieter von IT-Sicherheit in einem harten Wettbewerb. Neben Schwergewichten wie Symantec, Computer Associates, IBM, Network Associates und Check Point Software konkurrieren hunderte kleinerer Anbieter miteinander. Symantec-Chef John Thompson rechnet deshalb mit einer Konsolidierung innerhalb der Branche. "Der Markt bietet Platz für drei bis vier große Unternehmen", sagte Thompson dem Handelsblatt. Thompson kündigte an, dass der Antiviren-Spezialist aus dem kalifornischen Cupertino weiter Unternehmen akquirieren will. Allerdings soll es keinen Vorstoß in die Segmente Verschlüsselungs- oder Authentifizierungsoftware geben: "Daran sind wir nicht interessiert."

Verstärken will Symantec allerdings den Vertrieb über das Internet. In Deutschland bietet der Internetanbieter T-Online seinen Kunden gegen eine monatliche Gebühr Antivirensoftware von Symantec an, die bei jeder Benutzung des Internets aktualisiert werden kann. Viele Unternehmen machen sich aber auch Hoffnungen auf Großaufträge aus dem öffentlichen Sektor.

"Die Aussichten für die Branche bleiben gut", schätzt auch Stella Dombrowsky, Analystin bei der BHF-Bank. Die Terroranschläge vom 11. September in den USA und die weiter steigende Bedeutung von E-Business habe das Bewusstsein steigen lassen, mehr in die Sicherheit der IT-Systeme investieren zu müssen.

Besteht kein ausreichender Schutz, können sich Hacker unbemerkt Zugriff zu fremden Rechnern verschaffen. Die Folgen solcher Sicherheitslücken sind hinlänglich bekannt: So knackten Datenpiraten beispielsweise das Internetangebot des Männermagazins Playboy und kopierten die Kreditkartennummern der Abonnenten. Beim Hamburger Internet-Zugangsdienst Freenet löschten Hacker rund 300 000 Homepages von Kunden, die - zum Glück für das Unternehmen - allerdings auf anderen Rechnern als Kopien gespeichert waren. Und wie man sich zu den Homebanking-Rechnern der Münchener Hypovereinsbank Zugang verschafft, führte ein vom Norddeutschen Rundfunk beauftragter Hacker im vergangenen Herbst vor laufenden Kameras vor.

Zu den unmittelbaren Schäden durch zerstörte Datenbestände oder blockierte Systeme kommen dadurch schmerzhafte Imageverluste.

Experten befürchten bereits einen bevorstehenden Wettlauf zwischen Sicherheitstechnik und einer steigenden Zahl von Hackerangriffen und Virenattacken. So hat das US-Sicherheitsunternehmen Riptech in der zweiten Jahreshälfte 2001 einen Anstieg der Angriffe um 79 % auf seine Kunden gemessen. Experten schätzen die Schäden, die durch Hacker und Viren entstehen auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr.

Quelle: HANDELSBLATT

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