Schutz vor unfairer Konkurrenz aus dem Ausland
Eon: Atomausstieg ist kein wirtschaftlicher Nachteil

Wenige Stunden vor Unterzeichnung des so genannten Atomkonsenses hat der Energiekonzern Eon betont, der geplante Ausstieg aus der Kernenergie bedeute keine wirtschaftlichen Nachteile für das Unternehmen.

Reuters BERLIN. "Die Frist für den Ausstieg ist relativ lang, wir haben daher unternehmerisch alle Möglichkeiten", sagte Eon-Energievorstand Hans-Dieter Harig am Montag in Berlin. Dennoch halte er den Ausstieg langfristig für falsch. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) sagte: "Die Kernenergie ist zur Zeit und auf absehbare Zeit keine Wettbewerbsenergie."

Die Bundesregierung und die großen deutschen Energieversorger wollen am Montagabend die Vereinbarung zum schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie unterzeichnen. Dies bedeutet, dass die 19 Atomkraftwerke etwa über die nächsten 20 Jahre abgeschaltet werden. Der Atomausstieg war eines der Kernforderungen der Grünen für eine Regierungskoalition mit der SPD.

Harig betonte, Eon hätte gern langfristig Einfluss auf die positive Gestaltung der Kernenergie in Deutschland gehabt. "Die Vereinbarung mit der Bundesregierung hat aber keine unmittelbaren wirtschaftlichen Nachteile", sagte er am Rande einer Veranstaltung zur Übernahmen des schwedischen Versorgers Sydkraft.

Müller entgegnete, wenn die Energiewirtschaft weiter auf Atomkraft gesetzt hätte, wären bereits in den vergangenen Jahren neue Kraftwerke geplant worden. Dies sei aber nicht der Fall. Im übrigen sei eine Technologie nicht gegen breiten Widerstand der Bevölkerung durchzusetzen.

Müller machte erneut klar, dass er die deutschen Versorger vor unfairer Konkurrenz aus dem Ausland schützen wolle. Wenn Staaten ihre Märkte nicht gemäß der europäischen Richtlinie öffneten, werde auch der Import von Strom nach Deutschland erschwert. Er verwies dabei auf das neue Energiewirtschaftsgesetz, dass die Bundesregierung zu einer entsprechenden Verordnung ermächtigen soll.

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