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Schutzengel für Weltmeister Schumacher

Am Tag nach seinem glücklich überstandenen Horror-Trainingscrash hat Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher erst einmal richtig ausgeschlafen und sich dann zu Hause in der Schweiz über sich selbst gewundert.

dpa HAMBURG. Am Tag nach seinem glücklich überstandenen Horror-Trainingscrash hat Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher erst einmal richtig ausgeschlafen und sich dann zu Hause in der Schweiz über sich selbst gewundert.

"Ich bin selbst überrascht, wie gut ich den Unfall gestern weg gesteckt habe, denn ich habe nach wie vor keine Beschwerden", beruhigte der Ferrari-Star auf seiner Homepage (www.Michael-Schumacher.de) die besorgten Fans. "Heute Morgen habe ich erst mal etwas länger geschlafen, und jetzt geht alles seinen normalen Gang", hakte der siebenmalige Weltmeister aus Kerpen den 13. schweren Unfall seiner einzigartigen Rennsportkarriere einmal mehr als unausweichliches Berufsrisiko ab und beschäftigte sich mit seiner Familie.

Die Ursache für den Crash bei Testfahrten in Monza sei höchstwahrscheinlich ein Reifenplatzer gewesen, der, so Schumacher, bei einer Geschwindigkeit von 345 Stundenkilometern aufgetreten war. Die Ursache für den Reifenschaden sei noch nicht bekannt, erklärte der 35 Jahre alte Rheinländer. Zehn Tage vor dem Großen Preis von Italien in Monza war der Schutzengel auf dem Hochgeschwindigkeitskurs mit an Bord gewesen. "Das hätte schlimmere Konsequenzen haben können", urteilte die "La Gazzetta dello Sport".

Vor einem Jahr war Ralf Schumacher kurz vor dem Italien-Grand-Prix nach einem Defekt an der Hinterradaufhängung ebenfalls bei Testfahrten im Autodromo di Monza verunglückt. Die schwere Gehirnerschütterung machte dem jüngeren Schumacher so sehr zu schaffen, dass er nach dem Freitagstraining auf einen Renneinsatz verzichten musste. Elf Tage nach dem Trainingscrash, bei dem er sich mehrmals überschlagen hatte, waren die Schmerzen zurückgekehrt.

Auch in diesem Jahr wird Ralf Schumacher beim Monza-Rennen am 12. September nicht mit dabei sein. Nach seinem schweren Unfall vor gut elf Wochen in Indianapolis ebenfalls nach einem Reifenschaden, bei dem er sich zwei Brustwirbel brach und erneut eine schwere Gehirnerschütterung zuzog, hatte die Versicherung keine Freigabe für seinen Einsatz erteilt. Sein Comeback soll nun beim übernächsten Rennen in Shanghai erfolgen.

Sein älterer Bruder war im Juli vor drei Jahren schon einmal in Monza verunglückt. Auch da war Schumacher unververletzt aus dem total zerstörten Ferrari geklettert und nach Hause geflogen. Nur einmal, im Juli 1999, war der Schutzengel des Starpiloten nicht ganz zur Stelle. Beim Großen Preis von Großbritannien erlitt der Kerpener einen doppelten Beinbruch, musste sechs Rennen lang aussetzen und den ersten WM-Titel mit Ferrari abschreiben.

Vier Tage nach seinem vorzeitigen Titelgewinn in Spa-Francorchamps, dem fünften in Serie für seinen italienischen Rennstall, war an seinem Dienstwagen kurz vor Ende der Testfahrten der linke Hinterreifen geplatzt. Der F2004 des Weltmeisters brach sofort aus, prallte gegen die Boxenmauer, schleuderte zurück über die Strecke und blieb entgegen der Fahrtrichtung auf der anderen Streckenseite im Rasen stehen.

Hunderte Tifosi auf der Tribüne waren schockiert. Doch Schumacher stieg unverletzt aus dem Wrack, legte sich aber auf den Rücken ins Gras neben sein Auto. Sanitäter waren sofort zur Stelle, doch der 35- Jährige gab sofort Entwarnung, stand auf, bat um Rücktransport in die Ferrari - Box und telefonierte mit Ehefrau Corinna. Von dort ging "Schumi" in den Kommandostand und winkte den Fans zur Beruhigung zu. Später spielte er demonstrativ noch mit seinem Hund Shiva mit einem Ball nach dem Motto: "Seht her, ich bin in Ordnung."

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