Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre rechnet mit weiterem Firmensterben am Neuen Markt
Kleinanleger machen Front gegen Porsche

Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) hat den Vorstand des Sportwagenherstellers Porsche wegen des drohenden Rauswurfs aus dem Mdax scharf kritisiert. "Das Unternehmen wird sich langfristig damit mehr schaden", sagte der stellvertretende SdK-Vorsitzende Markus Straub in Frankfurt.

hz FRANKFURT/M. Die hartnäckige Weigerung des Autobauers, die von der Börse geforderten Quartalsberichte vorzulegen, sei "peinlich". Der Porsche-Vorstand halte seine Aktionäre offensichtlich für zu "blöd", um das zyklische Autogeschäft zu begreifen. Morgen Abend wird endgültig darüber entschieden, ob die Porsche-Aktie aus dem Aktienindex fällt.

Der Börsenvorstand in Frankfurt will das Porsche-Papier zum 24. September aus dem Nebenwerte-Index werfen, weil sich Porsche-Chef Wendelin Wiedeking beharrlich weigert, wegen der stark schwankenden Autokonjunktur wie andere Großunternehmen Quartalsberichte vorzulegen.

Das Börsenjahr 2001 wird nach Einschätzung der SdK als ein dunkles Kapitel in die Börsengeschichte eingehen. "2001 war das Jahr der großen Kapitalvernichtung", sagte der Vorsitzende der SdK, Klaus Schneider.

Nach wie vor für brisant halten die Aktionärsschützer die Situation am Neuen Markt. Der bestehende Verkaufsdruck sowie anhaltend negative Unternehmensmeldungen würden den Markt weiter belasten. Konkurse, Übernahmen und die Streichung vom Kurszettel werden nach Einschätzung der SdK die Zahl der Neuen-Markt-Firmen weiter drastisch verringern. Davon könnten auch erfolgreich wachsende Unternehmen betroffen sein, warnte Straub. Da der Neue Markt für Kapitalerhöhungen praktisch tot sei und für die meisten Firmen eine Fremdkapitalisierung über die Banken scheitern werde, "drohen noch etliche böse Überraschungen auch bei ?gesunden? Firmen". Die derzeitige Entwicklung sei keine Marktkonsolidierung, sondern eine Marktbereinigung, die "noch mehrere Jahre andauern" könne. Straub betonte jedoch zugleich, der Neue Markt sei trotz der gegenwärtigen Probleme nicht am Ende. Der Aktionärsschützer forderte die Deutsche Börse auf, verstärkt gegen den Vertrauensverlust in ihrem Wachstumssegment anzukämpfen.

Zugleich wandten sich die Aktionärsschützer gegen eine stärkere Reglementierung des Telefonhandels, wie von Investmentbanken gefordert. Es sei viel "Schindluder" am Grauen Markt betrieben worden, sagte Straub. So sei es bekannt, dass Banken den Markt manipuliert hätten. Doch das rechtfertige keine stärkere Reglementierung, denn der Markt regele dies schon.

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