Schutzschild soll bis zum Jahr 2003 stehen und über 50 Mrd. US-$ kosten.
USA bauen Internet-Schutzschild auf

Die Vereinigten Staaten bauen neben dem Raketenabwehrsystem National Missile Defense (NMD) gegenwärtig auch einen Internet-Schutzschild gegen Angriffe von außen auf. Ziel dieses "virtuellen NMD" ist es, staatliche und privatwirtschaftliche Netzwerke in den USA gegen Cyber-Angriffe zu verteidigen. "Das Projekt ist in seiner sicherheitsrelevanten und finanziellen Dimension mit dem NMD zu vergleichen", sagte James Adams, Berater des Geheimdienstes NSA, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Die bereits vom früheren Präsidenten Bill Clinton skizzierten Pläne ("Fidnet") würden unter US-Präsident George W. Bush jetzt konkretisiert, erklärte der Leiter der für das Projekt zuständigen Regierungsstelle, John Tritak, dem Handelsblatt. Bestehende Projekte würden zusammen geführt und neue entworfen. Ohne sein virtuelles Gegenstück mache auch das eigentliche NMD keinen Sinn, sagte Tritak.

Bush hat bereits eine Aufstockung der finanziellen Cyber-Schutz-Mittel zugesichert. "Die Entwicklung neuer IT-Systeme mit weit reichenden Sicherheitsmaßnahmen wird gefördert und finanziert", heißt es in einem Bericht des Weißen Hauses vom Februar. Der Schutzschild soll bis 2003 stehen. Sicherheitskreise in Washington gehen davon aus, dass die Realisierung des Planes mehr als 50 Mrd. US-$ kosten wird. Allerdings sollen sich daran auch die Unternehmen beteiligen, da sich beim Schutz der Netzwerke militärische und privatwirtschaftliche Bereiche nicht trennen ließen. So waren in den vergangenen Jahren neben dem US-Verteidigungsministerium und der Nato auch NASA und Microsoft das Ziel von Hacker-Angriffen.

Die US-Pläne gehen über den reinen Schutz der Netzwerke noch hinaus. Es soll eine ähnliche "totale Abschreckung" erreicht werden wie mit der Nuklear-Strategie vergangener Jahre: "Wenn ein Staat unsere Wasserversorgung mit einer Cyber- Attacke unterbricht, müssen wir im Stande sein, seine Stromversorgung oder sein Bankensystem lahmzulegen", sagte Adams.

Die Nato-Partner sollen nach Informationen des Handelsblattes an dem Schutzschild nicht beteiligt werden. Nach Einschätzung von Branchenkennern könnten US-Netzwerk-Unternehmen wie Cisco und Lucent, aber auch Software-Entwickler wie Symantec und Network Associates profitieren. Indes entwickelt das Pentagon auch eigene Programme zur "information warfare" (informationsgestützten Kriegsführung).

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