Schwache Auftragslage im Inland
Maschinenbau läuft weiter auf niedrigen Touren

Das schwache Inlandsgeschäft setzt dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau weiter zu. Auch im Oktober 2002 erhielt die Branche nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) weniger Aufträge als im gleichen Vorjahresmonat.

Reuters FRANKFURT. "Die schwache Auftragslage im Inland passt zur trüben Stimmung der deutschen Investoren", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag in Frankfurt. Der Auftragseingang ging im Oktober verglichen mit dem Vorjahresmonat insgesamt um zwei Prozent zurück. Das Inlandsgeschäft schrumpfte dabei sogar um elf Prozent, aus dem Ausland gingen hingegen vier Prozent mehr Bestellungen ein.

Nach dem überraschend hohen Zuwachs von 22 Prozent im September, der von zahlreichen Großaufträgen gespeist war und zudem einen Arbeitstag mehr hatte als vor Jahresfrist, knüpften die Auftragseingänge im Oktober wieder nahtlos an den Abwärtstrend der Vormonate an, teilte der Verband mit.

"Die politischen Entscheidungen der letzten Wochen und Monate sind in diesen Zahlen noch nicht abgebildet", fügte der Chefvolkswirt hinzu. Auf Grund der geplanten Steuererhöhungen und Sparpläne der Bundesregierung rechne er mit einem weiteren Rückschlag für das Inlandsgeschäft. Es dürften etwa drei bis vier Monate vergehen, bis sich die politischen Beschlüsse der rot-grünen Bundesregierung in der Branche negativ bemerkbar machten. Ein Anstoß für das schleppende Inlandsgeschäft könnte lediglich von einer positiven Entwicklung der Weltkonjunktur kommen, sagte der Chefvolkswirt. Auch im Oktober war es erneut die ausländische Kundschaft, die den deutschen Maschinenbau vor größeren Einbrüchen bewahrte. "Der Aufwärtstrend für das Auslandsgeschäft ist nach einer Delle im Frühjahr immer noch intakt", so Wiechers.

Für das laufende Jahr rechnet der Chef-Ökonom weiter mit einem Rückgang der Fertigung in der Branche von vier Prozent. Im kommenden Jahr werde die Produktion voraussichtlich stagnieren oder sich bestenfalls leicht erholen, prognostizierte Wiechers. Der Konjunkturaufschwung verzögere sich weiter. Der Maschinen- und Anlagenbau hinke der gesamten konjunkturellen Entwicklung außerdem hinterher.

Im von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatszeitraum August bis Oktober erhöhte sich der Auftragseingang um fünf Prozent. Die Inlandsaufträge seien dabei um drei Prozent geschrumpft, während aus dem Ausland elf Prozent mehr Orders bei den deutschen Unternehmen eingingen. Zurückgerechnet auf die vergangenen zwölf Monate ergebe sich insgesamt ein Bestellrückgang von vier Prozent, bei einem Minus von zehn Prozent im Inland und einem Plus von einem Prozent im Ausland.

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