Schwache Auftragslage
Jung-Unternehmer bewerten Wirtschaftslage als desolat

Die deutschen Jung-Unternehmer haben kaum Hoffnung auf einen baldigen Aufschwung."Für 2003 erwartet der junge Mittelstand keine Verbesserung der Konjunktur, sondern beurteilt die wirtschaftliche Lage nach wie vor als desolat", erklärte der Bundesverband Junger Unternehmer (BJU) am Mittwoch zu den Ergebnissen einer Konjunkturumfrage unter seinen rund 2 500 Mitgliedern.

Reuters BERLIN. Schleppender Auftragseingang und sinkende Gewinne belasteten die Investitionen der Unternehmen und führten zu einem beschleunigten Abbau von Arbeitsplätzen. Der BJU forderte eine zügige Umsetzung des Reformprogramms Agenda 2010 der Bundesregierung. Allerdings sei dies nur ein erster notwendiger Schritt, erklärte BJU-Vorsitzender Marcus Schneider.

Fast jedes dritte befrage Unternehmen meldete dem BJU zufolge gesunkene Auftragsbestände im Vergleich zum Vorquartal, ein gutes Viertel verzeichnete dagegen einen Anstieg der Neuaufträge. Ebenfalls ein Drittel rechne mit weniger Gewinn auf Sicht der kommenden sechs Monate, ein Viertel erwarte einen Gewinnanstieg. In der Herbstumfrage hätten sich positive und negative Gewinnerwartungen noch die Waage gehalten. Angesichts dieser Aussichten sank auch die Investitionsbereitschaft. Über 36 Prozent der Befragten plane weniger Investitionen, nur jeder fünfte Betrieb wolle mehr investieren. Dabei bleibe der Ersatz von Ausrüstung das dominierende Investitionsmotiv, nur ein Viertel der Investitionen sei für Erweiterungen geplant.

Mehr Beschäftigung durch Reformen

Als Folge der trüben Aussichten sähen sich die Unternehmen auch zu einer weiteren Verringerung ihrer Mitarbeiterzahl gezwungen, teilte der BJU mit. Nur noch 18 Prozent der befragten Unternehmer wollten zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, knapp 26 Prozent planten Entlassungen. In der Umfrage bewerteten die Unternehmen dem BJU zufolge besonders die Neuregelung der Bundesregierung zu den Minijobs als beschäftigungsfördernd. Fast die Hälfte der Befragten erwarte auch mehr Beschäftigung durch die geplanten Arbeitsanreize bei Arbeitslosengeld und-hilfe. Der BJU-Vorsitzende Schneider forderte weitere Schritte, um die konjunkturellen und strukturellen Probleme in Deutschland zu beheben. So solle die dritte Steuerreformstufe von 2005 auf 2004 vorgezogen und alle Unternehmen bis 20 Mitarbeitern vom Kündigungsschutz freigestellt werden.

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