Schwache Aussichten
Compaq verzeichnet Umsatz- und Gewinneinbruch

Der weltweit zweitgrößte Computerhersteller Compaq hat im zweiten Quartal bei deutlich weniger Umsatz einen Gewinneinbruch verzeichnet und sieht auch für das laufende Quartal keine Erholung des Geschäfts. Grund seien der aggressive Preiswettbewerb und die schwache Marktsituation, teilte Compaq am Mittwochabend nach US-Börsenschluss mit.

Reuters HOUSTON. Im dritten Quartal werde der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal nochmals leicht zurückgehen, der Gewinn werde etwas zunehmen. "Für die nahe Zukunft bleiben die Märkte volatil, und es ist daher schwierig, einigermaßen zutreffende Voraussagen zu machen", sagte Compaq-Chef Michael Capellas. Auch in Deutschland verzeichnete der Computer-Konzern einen deutlichen Umsatzrückgang.

Im zweiten Quartal erzielte der Compaq-Konzern einen Umsatz von 8,45 Milliarden Dollar nach 10,14 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Reingewinn ohne Einmaleffekte ging auf 67 Millionen Dollar oder 0,04 Dollar je Aktie von 0,21 Dollar je Aktie in der Vorjahresperiode zurück. Einschließlich der Rückstellungen für Restrukturierungen ergab sich im zweiten Quartal aber ein Verlust von 279 Millionen Dollar. In Deutschland verzeichnete Compaq einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 416,5 Millionen Euro.

Compaq nannte den starken Rückgang des Konsumentenmarktes als eine wesentliche Ursache für die schwächeren Geschäfte. "Freundlich ausgedrückt befinden wir uns mitten in einem extrem herausfordernden Weltmarkt", sagte Firmenchef Capellas. Auf dem Konsumentenmarkt sieht Compaq in Nordamerika und Europa mittlerweile die Talsohle erreicht, während sich das Wachstum in Asien verlangsamen werde. Für das dritte Quartal erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen acht und 8,4 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie zwischen 0,07 und 0,09 Dollar.

Der Chef von Compaq Deutschland, Peter Mark Droste, sagte, die dramatische Geschwindigkeit, mit der sich die Marktverhältnisse in den zurückliegenden drei bis vier Monaten verschlechtert hätten, sei überraschend. "Man kann schon fast von einer Rezession sprechen, von der alle westeuropäischen Länder, abgesehen von Frankreich, betroffen sind", sagte Droste. Viele Kunden hätten große Aufträge in das zweite Halbjahr verschoben. Die Talsohle sei aber inzwischen erreicht, sagte Droste. Im vierten Quartal sollte eine weltweite Verbesserung zu sehen sein, und im zweiten Quartal 2002 sollte sich die Lage wieder normalisieren.

Um der Schwäche im Konsumentengeschäft zu begegnen, wolle Compaq unter anderem seine Produkte standardisieren und das Infrastrukturgeschäft ausbauen, kündigte Droste an. Zudem habe der Konzern eine Global-Service-Einheit aufgebaut. Droste zufolge soll in den nächsten zwei Jahren im Compaq-Konzern der Umsatzbeitrag des Bereichs High-End-Server auf 33 von derzeit 27 Prozent und bei den Dienstleistungen auf 34 von jetzt 23 Prozent ansteigen. Weniger Gewicht werde auf die Access-Einheit gelegt, in dem die kommerziellen Computer und die Consumer-PCs zusammengefasst sind. Ihr Umsatzbeitrag solle auf 33 von zuletzt 48 Prozent zurückgehen. Im zweiten Quartal war der Umsatz der Sparte konzernweit um gut ein Fünftel gesunken.

Droste sagte, mittlerweile habe Compaq weltweit 5 100 Stellen gestrichen und damit bereits einen großen Teil des vor zwei Wochen angekündigten Abbaus von 8 500 Arbeitsplätzen vollzogen. Von dem Abbau seien auch 1 750 Stellen in Europa betroffen. Angaben zum Stellenabbau in Deutschland wolle Compaq am kommenden Dienstag machen.

Mark Specker, Analyst bei Wit Sound View, sagte, Europa und der Asien-Pazifik-Raum seien zuletzt die Wachstumstreiber gewesen. Eine Wachstumsverlangsamerung in diesen Ländern mache ein wenig Angst. Ein anderer Analyst ergänzte: "Der Abschwung in Europa und den internationalen Märkten ist viel schlimmer als ich dachte." An der New Yorker Börse sank der Kurs der Compaq-Aktie am Donnerstag im frühen Handel um mehr als vier Prozent auf 13,50 Dollar, erholte sich danach aber wieder etwas.

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