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Schwache Chipwerte

Was solls. Nasdaq im Keller, wen juckt das schon. Konnte ja nicht ewig so weiter gehen. Schön, wenn man diese Gelassenheit hat. Doch in diesen Tagen bekamen auch die Hartgesottensten weiche Knie. Angst, pure Angst, sagte ein Investmentfondsmanager, gehe nun um. Auch wenn am Freitag die Technologiebörse Nasdaq ein Plus verzeichnete, kann das nicht darüber hinweg täuschen, dass es viele Tage hintereinander nach unten ging, von wenigen Ausnahmen abgesehen.



Und wenn man sich die Kurve des Nasdaq-Composite-Index anschaut, dann ist zu sehen, wie sich der Abwärtstrend seit der Präsidentschaftswahl noch einmal beschleunigte. Das Hin und Her um korrektes Auszählen der Stimmzettel war weder Auslöser noch Hauptfaktor für die Turbulenzen, aber natürlich trägt das politische Tauziehen nicht zur Beruhigung der Märkte bei. Selektive Wahrnehmung: auch das ist das Motto dieser Tage. Schlechte Nachrichten geben den Ton an, gute - von denen es allerdings zugegebenermaßen nicht allzu viel gibt - werden einfach nicht wahrgenommen. Dominierendes Thema war die Gewinnwarnung von Gateway. Dell hatte vor Wochen den Anfang gemacht, andere Computerhersteller folgten. Gewinnwarnung hagelte es jede Menge. Nun erwischte es auch Gateway. Die Anleger kannten kein Erbarmen und stellten die Aktie zum Verkauf. Bereits im Vorfeld hatten sich die Expertenstimmen in letzter Zeit gemehrt, dass sich die PC-Nachfrage verlangsamen könnte. Mit Gateway zog es die gesamte Branche nach unten. Dem Strudel konnte sich kaum keiner entziehen.



Scheibchenweise zukaufen - das war das Rezept für Mutige. Wer einen besonders guten Riecher hatte, hat schon längst umgeschichtet. In der vergangene Woche gab es auch einige Werte, die sich gut entwickeln, oder aber nicht so stark verloren wie der allgemeine Trend. Dazu gehören nach wie vor Pharmawerte. Merck und Johnson&Johnson waren solche Kandidaten.



Auch der Biotechnologiesektor stemmte sich gegen den Sog. Der Vorstandsvorsitzende von General Electric, Jack Welch, hat sein Unternehmen in den letzten Jahren auf Gewinnerkurs gebracht. Die Wachstumsrate ist beachtlich. General Electric wurde umstrukturiert und orientiert sich an neuen Unternehmenstrends. Eigentlich wollte Welch schon Anfang nächsten Jahres seinen Hut nehmen. Der Abschied wurde verschoben, erst muss der Kauf von Honeywell über die Bühne gebracht werden. Doch diese Woche zumindest wurde schon mal der Nachfolger vorgestellt, der ab Ende nächsten Jahres die Geschicke von General Electric in die Hand nehmen soll. Der 44jährige Jeffrey Immel ist seit fast 20 Jahren im Unternehmen und rückt nun auf in den Vorstandssessel. Der Kurs dümpelt nichtsdestotrotz auf einem 52-Wochentief.



Ebenso wie Intels Aktie. Der weltgrößte Prozessorhersteller wurde in dieser Woche von Analysten herunter gestuft. Der kleinere, aber nichtsdestotrotz bedeutende Chiphersteller Altera hat mit seiner Gewinnwarnung alle Branchenkollegen erschüttert.



Der Euro hat sich mittlerweile wieder auf den langen Weg nach oben gemacht. Nicht so sehr aus einer eigenen Stärke heraus, sondern vielmehr geht dem Dollar die Puste aus. Die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt zeigten, dass sich das Wirtschaftswachstum in den USA halbiert. Damit verliert auch die US-Währung an Boden.

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