Schwache Flugnachfrage im Zuge des Irak-Kriegs
Insolvente UAL macht erneut Milliardenverlust

Die insolvente Muttergesellschaft der US-Fluglinie United Airlines hat im abgelaufenen Quartal erneut einen Milliardenverlust geschrieben. Das Ergebnis war zudem das schwächste aller großen US-Fluggesellschaften im ersten Vierteljahr.

Reuters CHICAGO. Die schwache Flugnachfrage im Zuge des Irak-Kriegs und die hohen Treibstoffkosten hätten das Ergebnis belastet, teilte der UAL-Konzern am Freitag mit. Der Verlust sei auf 1,3 Mrd. Dollar von 510 Mill. Dollar im Vorjahreszeitraum gestiegen. Der Umsatz fiel binnen Jahresfrist auf 3,18 von 3,29 Mrd. Dollar.

Bei den Transatlantikflügen sei eine gewisse Verbesserung der Buchungslage zu verzeichnen, die Nachfrage nach Transpazifikflügen sei dagegen weiterhin schwach, teilte United mit. Die Kapazität der zum Verkauf bereit stehenden Sitze und Flugmeilen werde im Rest des Jahres geringer ausfallen als bislang vorhergesagt.

Ohne Sonderposten wie Restrukturierungskosten betrug der Verlust 958 Mill. Dollar oder 10,11 Dollar je Aktie. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten einen Verlust von 12,08 Dollar je Aktie vor Sonderposten vorhergesagt. UAL hatte im Dezember Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts beantragt und wurde damit zum größten Konkursfall in der Geschichte der US-Luftfahrt. Einen wichtigen Schritt zur Überwindung des Gläubigerschutzes erreichte das Unternehmen am Mittwoch, als ein Insolvenzgericht Lohnkürzungen in Höhe von 2,56 Mrd. Dollar pro Jahr für einen Zeitraum von sechs Jahren genehmigte.

Auch bei der Muttergesellschaft der weltgrößten Fluglinie American Airlines, AMR, hatten die Gewerkschaften in letzter Minute einem Lohnkürzungspaket in Milliardenhöhe zugestimmt und dem Unternehmen so den Gang zum Konkursrichter erspart. AMR hatte in der vergangenen Woche einen Quartalsverlust von einer Milliarde Dollar ausgewiesen. Die Krise der Luftfahrtbranche wurde jüngst durch den Irak-Krieg und die vor allem in Ostasien verbreitete Lungenkrankheit SARS weiter verschärft. Bei den US-Fluggesellschaften gab es im Zuge dessen vor allem auf den Transatlantik- und Transpazifikrouten erhebliche Buchungsrückgänge.

Die drittgrößte US-Fluggesellschaft Delta Air Lines verbuchte einen Verlust in Höhe von 466 Mill. Dollar im ersten Quartal. Billigfluglinien ohne internationale Routen wie Southwest Airlines schrieben dagegen schwarze Zahlen zum Quartal. Außer der US Airways Group haben nun alle großen US-Fluggesellschaften ihre Quartalszahlen vorgelegt. Nach Kapitel elf des US-Konkursgesetzes können Firmen unter Bedingungen des Gläubigerschutzes zunächst weiter tätig sein, während ein Umstrukturierungsplan ausgearbeitet wird.

Die UAL-Aktien legten am Freitag wie die Papiere von anderen Fluggesellschaften kräftig zu, nachdem die Investmentbank Merrill Lynch die Einschätzung geäußert hatte, dass die Branche das Schlimmste womöglich hinter sich habe. UAL-Papiere stiegen im Verlauf um 9,2 % auf 1,31 Dollar.

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