Schwache Investitionsneigung
Siebel verbucht Gewinneinbruch

Der US-Softwarehersteller und SAP-Konkurrent Siebel Systems hat im ersten Quartal wegen der schwachen Investitionstätigkeit der Kunden einen deutlichen Gewinn- und Umsatzrückgang verbucht, die Erwartungen der Analysten aber weitgehend erfüllt.

Reuters PALO ALTO. Für das laufende Quartal erwartet Siebel einen Rückgang von Gewinn und Umsatz gegenüber dem Vorjahr, bestätigte aber auch damit weitgehend die vorsichtigen Prognosen der Analysten. Das Unternehmen kündigte eine Fortsetzung seines Sparkurses an. Rund fünf Prozent der Stellen sollen bis Ende Juni gestrichen werden.

Siebel, deren Aktien seit 1996 an der Börse notiert sind, teilte am Mittwoch nach Börsenschluss mit, der Reingewinn sei im ersten Quartal auf 4,6 (Vorjahreszeitraum 64,6) Mill. Dollar oder ein (zwölf) Cent je Aktie gesunken, Analysten hatten im Schnitt mit einem Ergebnis je Aktie in dieser Größenordnung gerechnet.

Der Umsatz fiel den Angaben zufolge auf 332,8 (477,8) Mill. Dollar. Anfang des Monats hatte Siebel bereits angekündigt, wegen der Verschiebung wichtiger Aufträge würden die Umsätze im Auftaktquartal 2003 deutlich unter den Erwartungen liegen. Die Umsatzschätzungen von Analysten lagen zuletzt bei durchschnittlich 332,3 Mill. Dollar. Die Umsätze mit Softwarelizenzen fielen nach Unternehmensangaben um mehr als die Hälfte auf 112,1 Mill. Dollar.

Für das laufende Quartal sagte Siebel einen Gewinn von zwei bis vier Cent je Aktie und einen Umsatz von 340 Mill. Dollar bis 360 Mill. Dollar voraus. Im zweiten Quartal 2002 hatte Siebel sechs Cent je Aktie bei einem Gesamt-Umsatz von 405,6 Mill. Dollar verdient. Der für die längerfristige Prognosen wichtige Umsatz mit Software-Lizenen dürfte noch 120 bis 140 (Vorjahr 170) Mill. Dollar erreichen, sagte Firmengründer Tom Siebel auf einer Telefon-Konferenz mit Analysten voraus. "Im Augenblick sieht es mit Blick auf die weltwirtschaftliche Lage im zweiten Quartal nicht viel anders als im ersten Quartal aus", sagte Siebel weiter. Siebel plant weitere 250 Stellen zu streichen, um zum Ende des 2. Quartals bei einem Headcount von rund 5 600 zu haben.

Siebel-Aktien notierten im nachbörslichen Handel zunächst wenig verändert, fielen im Verlauf des nachbörslichen Handels aber auf 8,52 Dollar von 8,63 Dollar zum Handelsschluss an der Nasdaq. Die Aktien haben im vergangenen Jahr 66 % an Wert verloren. Auf dem Höhepunkt des High-Tech-Booms hatte der Kurs an die 100 Dollar betragen.

Bereits am Vortag hatte der SAP-Konkurrent Peoplesoft für das erste Quartal einen Gewinn- und Umsatzrückgang bekannt gegeben sowie Stellenstreichungen angekündigt. Peoplesoft begründete die Geschäftsentwicklung mit den gekürzten Technologieinvestitionen vieler Firmen angesichts der schwachen Konjunktur.

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