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Schwache Konjunkturdaten belasten Wall Street

Seit Wochenbeginn hatten Anleger an der Wall Street nur wenig Grund zur Freude, marktbreit gab es nur wenige Aktien, die an die frühe März-Rally anknüpfen konnten. Auch am Donnerstag zeichnet sich keine Trendwende ab. Eine halbe Stunde vor Marktöffnung deuten die Futures auf die drei großen US-Indizes nach unten, allein die Industriewerte im Dow stemmen sich gegen den Trend.

Dabei hatte man am frühen Morgen bereits auf eine marktbreite Umkehr gehofft: Die Futures hatten im grünen Bereich notiert, bevor einige Daten aus dem konjunkturellen Umfeld veröffentlicht wurden - die fielen schwächer aus als erwartet: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung ist in der vergangenen Woche zwar gesunken, allerdings nicht so stark wie die Wall Street erwartet hatte.

Außerdem sind zum ersten Mal seit Monaten die Lagerbestände in der Industrie leicht gestiegen. Ein Plus von 0,1 % sorgt auf dem Parkett und im Bond- und Futures-Handel aber nicht für Unruhe, zumal Industrie und Großhandel die Lager zuletzt schneller geräumt hatten als erwartet worden war.

Weiter problematisch scheint die Tech-Schwäche: Seit Wochenbeginn hat es zahlreiche Abstufungen in allen Sektoren gegeben. Am Morgen handeln die Big Caps erneut mit Verlusten.

Der Computerhersteller Dell verliert vor der Glocke 1,5 % - der PC-Sektor ist es, der nachhaltig unter Druck steht. Nach der Deutschen Bank und Salomon Smith Barney senkt die Credit Suisse die Wachstumsaussichten. Die schleppenden IT-Ausgaben der US-Unternehmen würden Umsätze und Gewinne der Branche weiter belasten, heißt es. Die PC-Verkäufe dürften in diesem Jahr nicht wie erwartet um 10 % steigen, sondern nur um 5 %. Bei Compaq, Hewlett-Packard, Tech Data und eben Dell werden die Prognosen für das Umsatzwachstum um 3 bis 6 % nach unten revidiert. Die Aktien handeln vor der Glocke schwach.

Anhaltende Schwäche bedrückt auch den Telekom-Sektor. Seit der Umsatzwarnung von Lucent Technology und einem erneuten Aufkeimen von "Enronitis" bei Worldcom steht der Sektor unter Beschuss. Die Analysten von Lehman Brothers stufen am Morgen die Aktien von Sprint auf "halten" ab. Das Kursziel des Telekom-Konzerns sinkt auf 18 Dollar. Der frei verfügbare Cash Flow im Bereich Ferngespräche sei bereits negativ und scheine sich weiter zu verschlechtern, sagen die Analysten. Lucent gibt vorbörslich 1,8 % ab.

Außer der Tech-Schwäche hatte die Angst vor Maul- und Klauenseuche bei einer Herde im Bundesstaat Kansas für Aufregung im Mittwochshandel gesorgt. Am Morgen scheint zumindest dies aus der Welt zu sein. "Ich bin hundertprozentig sicher, dass wir keine Maul- und Klauenseuche haben", sagt Sam Graham, zuständiger Tierarzt im Gesundheitsministerium von Kansas. Aktien einiger Steakhäuser und Fastfood-Ketten, darunter McDonald?s, Wendy?s und Smith & Wollensky?s sowie die Papiere der Fleischvertriebe Tyson Foods und ConAgra dürften sich von ihrer kurzzeitigen Schwäche erholen. Gleichzeitig dürften Aktien von SureBeam und Food Technology Services nach Kurssprüngen wieder abgeben. Beide Unternehmen stellen Geräte zur antibakterieller Bestrahlung von Lebensmitteln her.

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