Schwache Konjunkturdaten nähren Zinshoffnungen
US-Börsen schließen fest

Schwache US-Konjunkturdaten haben an den US-Börsen am Freitag Hoffnungen auf eine bevorstehende Zinssenkung in den USA genährt. Die Kurse legten deutlich zu. Trotz der schwachen Daten rechneten die Anleger offenbar damit, dass die US-Wirtschaft das Schlimmste überstanden habe und sich das vierte Quartal besser entwickeln werde, sagten einige Händler.

Reuters NEW YORK. Im Blickpunkt standen die Titel des Softwarekonzerns Microsoft im Vorfeld des erwarteten Urteils im Monopolverfahren gegen den Konzern. Der Dow-Jones-Index schloss 1,44 % fester auf rund 8 518 Punkten. Der Nasdaq-Index legte 2,33 % auf rund 1 361 Zähler zu. Der breiter gefasste S&P-500-Index kletterte um 1,72 % auf rund 901 Zähler.

"Die Daten sind insgesamt keine guten Nachrichten, aber ich denke, sie sind im Rahmen der Erwartungen", sagte Hugh Johnson, Chefinvestment-Officer bei First Albany Corp. "Die Anleger haben schwache Zahlen erwartet und sie bekommen. Ich denke, es gab Ängste, dass sie noch schlechter hätten sein können." Jon Brorson, Director of Equities bei Northern Trust, fügte hinzu: "Es gibt darüber hinaus die Möglichkeit einer Zinssenkung, das stützt den Markt auch."

Die Reihe schwacher Konjunkturdaten in den vergangenen Tagen wurde am Freitag durch Arbeitsmarktzahlen und den ISM-Einkaufsmanager-Index komplettiert. Das US-Arbeitsministerium hatte für Oktober einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,7 % von 5,6 % im September bekannt gegeben. Entgegen der Erwartungen von Analysten ging die Zahl der Beschäftigten zurück. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager sank zudem stärker als von Volkswirten erwartet. Durch die Daten erhielten die Spekulationen um eine baldige Senkung der US-Leitzinsen neue Nahrung. Der zinspolitische Ausschuss der US-Notenbank (Fed) will sich am 6. November zu seinen Beratungen treffen.

Microsoft vor Urteil schwächer

Die Aktien des Software-Riesen Microsoft gaben um 0,88 % auf 53 $ nach. Das Urteil gegen den Konzern sollte nach US-Börsenschluss um 22.30 Uhr MEZ verkündet werden. Richterin Colleen Kollar-Kotelly werde dabei auch gegebenenfalls Sanktionen gegen den nach Marktwert weltgrößten Softwarekonzern verhängen, hieß es aus mit der Sache vertrauten Kreisen.

Andere Technologiewerte zogen dagegen an. Die Aktien des weltgrößten Chipherstellers Intel stiegen rund 5,8 % auf 18,30 $ und waren damit der größte Gewinner bei den Standardwerten. Die Titel des Netzwerkausrüsters Cisco Systems legten rund 3,9 % auf 11,61 $ zu und waren zudem Umsatzspitzenreiter an der Nasdaq.

Die Aktien der Krankenhausgruppe Tenet Healthcare brachen um rund 7,8 % auf 26,50 $ ein und waren der meistgehandelte Wert an der New York Stock Exchange. Die US-Behörden ermitteln nach eigenen Angaben gegen zwei Ärzte eines Krankenhauses der Gruppe, die überflüssige Herzoperationen vorgenommen haben sollen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,45 Milliarden Aktien den Besitzer. 2 324 Werte legten zu, 898 gaben nach und 171 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,82 Milliarden Aktien 2 196 im Plus, 1 051 im Minus und einer unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 25/32 auf 103-2/32. Sie rentierten mit 3,9 %. Die 30-jährigen Bonds verloren 22/32 auf 105-3/32 und hatten eine Rendite von 5,03 %.

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