Schwache Konjunkturdaten stützen Gemeinschaftswährung
Euro nach US-Daten zeitweise über 0,92 $

Überraschend schwache US-Konjunkturdaten haben den Euro am Dienstag zeitweise auf Kurse über 0,92 $ anziehen lasen. Im Verlauf bröckelte die Währung jedoch von ihrem bisherigen Tageshoch bei 0,9211 $ wieder deutlich ab. Analysten begründeten dies damit, dass der äußerst nervöse Markt noch schlechtere Daten für möglich gehalten habe.

Reuters FRANKFURT. "Es hat Gerüchte gegeben, der Index des Verbrauchervertrauens sei noch schlechter, als dann ausgewiesen, möglicherwiese unter 100," sagte Paul Podolsy, Devisenstratege vom Haus FleetBoston. Die tatsächliche Zahl habe deshalb letztlich dem $ geholfen, sich von seinen Tiefs zu lösen. Dennoch hätten die Daten die Annahme bestärkt, die US-Notenbank (Fed) werde die Zinsen bald weiter senken. Mit Spannung sehe der Markt nun der Rede von US-Notenbank-Chef Alan Greenspan am Mittwoch vor einem Kongressausschuss entgegen.

Gegen 18.00 Uhr MEZ kostete der Euro 0,9130/32 $. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Mittag in Frankfurt den Referenzkurs mit 0,9163 $ ermittelt. Die US-Valuta notierte mit 116,21/23 nach einer Eröffnung in New York mit 116,25/33) Yen.

Händlern zufolge haben die neuen schwachen Daten die Erwartung geschürt, dass die Fed rasch handeln wird, um der Konjunktur wieder auf die Beinen zu helfen. "Das ist ein sehr gefühlsgetriebener Markt," sagte Craig Larimer, Volkswirt bei der BankOne NA, besonders vor der Rede Greenspans am Mittwoch. Die Möglichkeit, das die Rede gegenüber seiner letzten revidiert worden sein könnte, halte die Spekulation um eine mögliche unmittelbare Zinssenkung am Leben, sagten Analysten. Die Fed hatte erst im Januar ihre Leitzinsen im zwei Schritten um einen vollen Punkt ermäßigt.

Zinssenkung offen

Das Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board hatte mitgeteilt, das Vertrauen der amerikanischen Verbraucher in die Wirtschaftsentwicklung des Landes sei im Februar auf 106,8 von 115,7 (revidiert von 114,4) im Januar, und damit stärker gesunken als von Analysten mit 109,6 erwartet.

Dem US-Handelsministerium zufolge ist der Auftragseingang für Gebrauchsgüter im Januar auf den niedrigsten Stand seit Juni 1999 gesunken. Die Aufträge seien zum Vormonat um 6,0 % zurückgegangen nach einem revidierten Plus von 1,2 % im Dezember. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang um 3,0 % gerechnet.

Die Investoren seien sich jedoch nicht einig, ob die Notenbank vor dem nächsten Treffen ihres geldpolitischen Entscheidungsgremiums, des Offenmarktausschusses (FOMC), die Zinsen reduzieren wird, hieß es im Handel. Äußerungen von Fed-Mitglied Robert McTeer, wonach die Fed Zinsentscheidungen vorzugsweise auf ihren regulären Sitzungen trifft, hätten die Chance für eine Zinssenkung vor dem regulären Treffen der Fed am 20. März verringert. Andere Analysten hielten es dagegen sogar für möglich, dass Greenspan seine Rede am Mittwoch dazu nutzen könnte, die nächste Zinssenkung bekanntzugeben oder zumindest anzukündigen. Wayne Angell, Chefvolkswirt von Bear Stearns und ehemaliger Fed-Gouverneur, sieht die Chance für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte noch in dieser Woche bei 80 %.

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