Schwache Nachfrage
MAN will weitere Stellen abbauen

Nach einem unerwartet großen Verlust im ersten Quartal schließt der MAN-Konzern zusätzlichen Stellenabbau nicht aus. Die roten Zahlen machten bei der Technologie-Tochter und in der Bussparte weitere Restrukturierungen nötig, sagte MAN-Chef Rudolf Rupprecht am Mittwoch in München. Der Konzern halte aber am Ziel fest, 2002 ein höheres Ergebnis als im Vorjahr einzufahren.

WiWo/ap MÜNCHEN. Von Januar bis Ende März dieses Jahres rutschte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 38 Mill. ? ins Minus. Im ersten Quartal 2001 hatte der Konzern noch ein positives Ebit von 138 Mill. ? erzielt. Vor Steuern machte MAN einen Verlust von 75 Mill. ? - nach einem Vorsteuergewinn von 91 Mill. ? im Jahr zuvor. Der Umsatz ging um sieben Prozent auf 3,1 Mrd. ? zurück. Der Auftragseingang sank um 18 Prozent auf 3,5 Mrd. ?.

MAN habe für das erste Vierteljahr eine negative Entwicklung erwartet, sagte Vorstandschef Rupprecht. Schon in der zweiten Jahreshälfte 2001 habe sich ein Rückgang abgezeichnet. "Die Verluste waren aber größer als erwartet." Analysten wurden vom Ausmaß der roten Zahlen ebenfalls überrascht.

Rupprecht begründete das Minus mit der schwachen Nachfrage. Die Nutzfahrzeugsparte verzeichnete einen Vorsteuerverlust von 75 Mill. ?. Im Maschinen- und Anlagebau brach das Ergebnis auf minus 43 Mill. ? ein. Zudem verbuchte laut Rupprecht MAN Technologie hohe Verluste wegen ihrer Beteiligung an der Europäischen Raumfahrtgesellschaft Arianespace und am insolventen Flugzeugbauer Fairchild Dornier. "Die Sonderbelastungen bringen uns erheblich unter Druck."

Rupprecht kündigte weitere Restrukturierungen für die verlustreichen Geschäftsbereiche an, wollte aber keine Details nennen. "Es wird nicht ohne Veränderungen in der Personalsituation gehen", sagte der Konzernchef. Offen sei allerdings, ob Mitarbeiter innerhalb des Konzerns anders eingesetzt oder entlassen würden. Bei MAN Technologie sei geplant, die Arbeitsleistung durch Kurzarbeit oder Zeitkonten zu reduzieren. Wie Rupprecht weiter sagte, kommt das Unternehmen beim Arbeitsplatz-Abbau schneller voran als geplant. Im vergangenen Jahr hatte MAN angekündigt, 6 000 Stellen zu streichen, davon 4 400 in der Nutzfahrzeugsparte.

Trotz roter Zahlen bleibt MAN für 2002 insgesamt zuversichtlich. Ziel ist weiterhin, bei Auftragseingang und Umsatz jeweils eine Größenordnung zwischen 15,5 und 16 Mrd. ? zu erreichen. Das Ergebnis soll laut Rupprecht "nachhaltig ins Plus" gedreht werden und höher liegen als die 2001 erzielten 213 Mill. ?. Konzernchef Rupprecht sagte, MAN müsse sich nach dem schlechten Jahresauftakt "erheblich mehr anstrengen". Eine "schwarze Null" bei den verlustreichen Sparten Nutzfahrzeuge und Maschinen- und Anlagebau sei aber möglich. Das Unternehmen gehe von einer anspringenden Konjunktur im zweiten Halbjahr aus.

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