Schwache Nachfrage nach Elektronikprodukten
JVC mit Verlusten im Halbjahr und düsterem Ausblick

Der japanische Konsumelektronikhersteller Victor Co of Japan (JVC) hat in der ersten Geschäftsjahreshälfte Verluste geschrieben und angesichts der schwachen Nachfrage nach Elektronikprodukten auch für das gesamte Geschäftsjahr rote Zahlen in Aussicht gestellt.

Reuters TOKIO. JVC teilte am Montag nach Börsenschluss in Tokio mit, in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres (bis Ende März 2002) sei ein Nettoverlust von 20,4 Mrd. Yen (umgerechnet 260,8 Mill. DM) verbucht worden nach einem Verlust von 5,68 Mrd. Yen ein Jahr zuvor. Der Umsatz sei auf 457,5 Mrd. Yen zurückgegangen nach 443,3 Mrd. Yen im ersten Halbjahr 2000/2001. Für das gesamte Geschäftsjahr werde nunmehr ein Nettoverlust von 29 Mrd. Yen bei Umsätzen von 945 Mrd. Yen erwartet.

"Wir gehen davon aus, dass wir auf Grund von schleppenden Umsätzen im heimischen Audio-Video-Markt, einer langsamen Erholung der Nachfrage nach Informationstechnologie und den Auswirkungen der Anschläge in den USA auf die Weltwirtschaft vor harten Zeiten stehen", hieß es in einer Mitteilung von JVC. Zudem werde das Unternehmen seine Pläne zur Restrukturierung um ein Jahr vorziehen und die Zahl der Mitarbeiter bei der Muttergesellschaft auf 8600 von gegenwärtig 9969 bis März 2003 reduzieren. Im Gesamtkonzern sei ein zehnprozentiger Stellenabbau noch im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März 2002 vorgesehen. Im März waren bei JVC 35 550 Meschen beschäftigt. Außerdem will der Konzern bis März 2003 nach eigenen Angaben die Zahl seiner Werke im Ausland auf 15 bis 16 von gegenwärtig 20 verringern.

Das Unternehmen, das zu 52,4 % zu Matsushita Electric Industrial gehört, teilte weiter mit, im Halbjahr sei ein operativer Verlust von 15,4 Mrd. Yen verbucht worden nach 3,7 Mrd. Yen ein Jahr zuvor. Die Zahlen waren für Analysten nicht überraschend, nachdem JVC bereits im September seinen Geschäftsausblick für das Halbjahr gesenkt hatte. Zu dem Zeitpunkt hatte JVC Nettoverluste von 19,5 Mrd. Yen bei Umsätzen von 460 Mrd. Yen vorausgesagt.

Nach Einschätzung von Analysten ist der düstere Ausblick des Herstellers von Videorekordern und Audioabspielgeräten auf die schwache Nachfrage nach elektronischen Bauteilen für Handys und PCs zurückzuführen. Auch die Umsätze von Camcordern, die zuletzt noch für Wachstum gesorgt hatten, verlören bei JVC an Schubkraft und erhöhten den Druck, sagte Masahiro Ono, Analyst bei der UBS Warburg. "Ich glaube nicht, dass das Unternehmen von der diesjährigen Weihnachtssaison viel erwarten kann," merkte er an.

Vor der Mitteilung schlossen JVC-Aktien an der Börse gegen einen schwächeren Markttrend in Tokio mit einem Kursgewinn von 1,04 % auf 487 Yen.

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