Schwache Nasdaq "verhagelt" Markt
Schwache Technologiewerte und Lufthansa belasten Dax

Kursverluste bei der Lufthansa nach den zunächst gescheiterten Tarifverhandlungen und Abschläge bei Technologiewerten in Folge schwacher Cisco-Zahlen haben am Mittwoch nach Händlerangaben den Deutschen Aktienindex (Dax) belastet.

rtr FRANKFURT. Das Kursbarometer schloss mit einem Minus von 0,73 Prozent auf 6063,94 Punkten. Das Geschäft sei umsatzarm und lustlos verlaufen, sagten Händler. Ebenfalls negativ habe sich der Kursverlust bei der indexschwergewichtigen Deutschen Telekom nach einer großen Aktien-Platzierung ausgewirkt, hieß es. Die schwache Eröffnung der US-Technologiebörse Nasdaq habe die Stimmung am Markt zusätzlich "verhagelt", sagten Händler.

An der New Yorker Börse gab der Nasdaq-Composite-Index bis zum Börsenschluss in Frankfurt um 1,5 Prozent auf 2164 Punkte nach. Der Dow-Jones-Index sank um 0,25 Prozent auf 10.857 Zähler.

Die Aktien der Lufthansa verloren nach dem vorläufigen Scheitern der Tarifverhandlungen mit den Piloten um 1,7 Prozent auf 21,77 Euro. Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen für die Lufthansa-Piloten hatte die Pilotengewerkschaft Cockpit für Donnerstag den ersten ganztägigen Streik der Flugzeugführer eingeleitet. Die Lufthansa rechnet nun damit, dass im Passagierverkehr mehr als die Hälfte der rund 1100 Flüge ausfallen wird.

Die am Dienstagabend vorgelegten Quartalszahlen des weltweit größten Netzwerkherstellers Cisco belasteten die Technologiewerte. Besonders der Ausblick des US-Unternehmens auf das dritte und vierte Quartal sei enttäuschend, sagte Bechert. Bislang habe man mit einer Verbesserung im dritten Quartal gerechnet. Cisco-Chef John Chambers sagte, er erwarte das Erreichen des Tiefpunktes der Netzwerk- und Telekom-Branche in den nächsten ein bis zwei Quartalen. Ab 2002 könne sie sich dann wieder erholen. Von der Nachricht gedrückt ließen die deutschen Technologiewerte Federn. SAP verbilligten sich um 2,2 Prozent, Siemens büßten 1,8 Prozent ein.

Infineon ermäßigten sich um gut drei Prozent auf 45,81 Euro und waren damit größter Verlierer unter den Standardwerten. Händler verwiesen zur Begründung auf die Umsatz- und Gewinnwarnung des US-Chipherstellers National Semiconductor Corp.

Die Deutsche Telekom litt nach Angaben von Händlern unter einer Platzierung von mehreren Millionen Aktien durch Dresdner Kleinwort Wasserstein. Das Finanzinstitut habe rund zehn Millionen Aktien zu einem Stückpreis von 26 Euro ausgegeben, die innerhalb von zehn Minuten verkauft worden seien, sagte ein Händler. Diese große Ausgabe von Aktien im Auftrag von einem oder mehreren Kunden habe den Kurs unter Druck gesetzt, hieß es. Die T-Aktie fiel um 2,2 Prozent auf 26,20 Euro.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten die Anteilsscheine von Schering, die um knapp drei Prozent auf 57,51 Euro zulegten. Ebenfalls Kursgewinne verzeichneten die Papiere von Linde, ThyssenKrupp und BASF. Händler sagten, dass zyklische Werte wieder gefragt seien.

Adidas-Salomom brachen um 2,8 Prozent auf 67,34 Euro ein, womit sie zweitgrößter Kursverlierer im Dax waren. Händler erklärten den Abschlag mit Gewinnmitnahmen.

Bei den im MDax zusammengefassten Nebenwerten standen die Titel von Philipp Holzmann und MLP im Mittelpunkt. Die Papiere des Finanzdienstleisters MLP litten unter der Nichtberücksichtigung bei der Dax-Neuordnung und gaben um 2,73 Prozent auf 119,94 Euro nach. Die Deutsche Börse hatte am Dienstagabend mitgeteilt, den wichtigsten deutschen Börsenindex Dax zunächst unverändert zu lassen. Es war erwartet worden, dass MLP für die Dresdner Bank in den Dax aufrücken werde. Die Aktien des

Baukonzerns Philipp Holzmann brachen bei sehr dünnen Umsätzen um 8,3 Prozent auf 17,60 Euro ein. Der Wert wird aus dem MDax genommen und ab dem 18. Juni durch die Aktien der Deutschen Börse ersetzt. Die Papiere der Börse verteuerten sich um 1,66 Prozent auf 396,48 Euro. Der MDax schwächte sich um 0,22 Prozent auf 4594,88 Zähler ab.

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