Schwache PC-Nachfrage
AMD schockt die Märkte mit Warnung vor hohem Verlust

Der Chiphersteller wird die Prognose für das dritte Quartal deutlich verlieren - und zwar deutlich als viele Analysten erwartet hatten. Weltweit gerieten nach Bekanntgabe der Zahlen die Chipwerte unter Druck.

rtr SAN FRANCISCO. Advanced Micro Devices (AMD), Hauptkonkurrent des Chipherstellers Intel, wird wegen des schwachen PC-Marktes wohl die bisherigen Geschäftsprognosen für das abgelaufene Quartal deutlich verfehlen. Die Nachricht brachte vorbörslich am Donnerstag die AMD-Aktie deutlich unter Druck und belastete weltweit die Chipwerte.

Die im kalifornischen Sunnyvale ansässige AMD prognostizierte am Mittwoch einen beträchtlichen Betriebsverlust und einen deutlich unter den Analystenprognosen liegenden Umsatz. AMD habe die Chip-Auslieferungen verringert, da wegen der schwachen PC-Nachfrage bei den Kunden die Lager vollgelaufen seien. Dies habe Absatz, Umsatz und Durchschnittsverkaufspreise deutlich gedrückt.

AMD rechnet in den drei Monaten zum 29. September mit einem Umsatz von etwa 500 Mill. Dollar. Analysten hatten für den Berichtszeitraum einen um 18 % höheren Umsatz von 614 Mill. Dollar und einen Verlust je Aktie von 49 Cent prognostiziert. Auch AMD hatte noch im Juli im dritten Quartal einen leicht höheren Umsatz als im zweiten Quartal erwartet. Im zweiten Quartal hatte das Unternehmen einen Umsatz von 600 Mill. Dollar und einen Verlust von Aktie von 54 Cent verbucht. Dies war der vierte Quartalsverlust des Unternehmens in Folge.

Analysten zeigen sich überrascht

Analysten zeigten sich enttäuscht über das Ausmaß der Prognosesenkung. "Die Schwäche an sich überrascht nicht, die Höhe der Prognoseverfehlung schon", sagte Analyst Dan Scovel von Needham & Co. AMD könne die Überlegenheit seiner Hochleistungschips nicht am Markt in Umsatz übersetzen, was die Durchschnittspreise belaste. Der weltgrößte Chip-Hersteller Intel, hatte bereits Mitte September seine Umsatzprognose für das dritte Quartal zurückgeschraubt. Die Revision der Prognose auf 6,3 bis 6,7 Mrd. Dollar von 6,3 bis 6,9 Mrd. Dollar lag im Rahmen der Analystenerwartungen.

Die Chip-Branche war 2001 in ihre bislang schwerste Krise geraten. Die Erholung verlief in diesem Jahr bislang sehr schleppend. Zwar wurden im zweiten Quartal weltweit mehr als 30 Mill. Personal Computer (PC) verkauft. Allerdings hat sich dabei eine weitaus langsamere Belebung der Nachfrage nach den für PCs erforderlichen Chips eingestellt, als viele Branchenkenner erwartet hatten. Analysten sagten zudem, die Nachfrage im Herbst - wegen des Schulbeginns nach den Sommerferien üblicherweise sehr hoch - sei in diesem Jahr eher verhalten. Statt üblicher bis zu 15 % Absatzzuwachs im dritten Quartal sei in diesem Jahr nur mit fünf Prozent zu rechnen, sagte Analyst Eric Ross von Investec.

Die Investmentbank UBS Warburg senkte am Donnerstag ihre Kurserwartung für die AMD-Aktien und erhöhte zudem ihre Verlustprognose für 2002 um mehr als ein Viertel auf 1,92 Dollar je AMD-Aktie. Außerbörslich fielen AMD-Aktien am Mittwoch deutlich. Im europäischen Handel verloren AMD knapp ein Fünftel auf 4,55 ?. Die AMD-Nachricht belastete Chipwerte in Asien, dort fielen die Titel des taiwanesischen AMD-Partners VIA Technologies um knapp sieben Prozent. Im dünnen Feiertagshandel an der Frankfurter Börse sanken auch die Papiere des Speicherchipherstellers Infineon um fast fünf Prozent und damit stärker als der Gesamtmarkt.

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