Schwache Phase der Weltwirtschaft könnte länger dauern
Padoa-Schioppa glaubt nicht an rasche Wende

Die Weltwirtschaft steckt nach Worten von EZB-Direktoriumsmitglied Tommaso Padoa-Schioppa in einer langen Phase schwachen Wachstums. "Mein Eindruck ist, dass uns diese negative Phase noch länger begleiten wird. Bei meinen Treffen in Washington bin ich kaum Optimismus begegnet. Offenbar herrscht der Eindruck, dass wir die Wende nicht sobald schaffen", sagte Padoa-Schioppa der italienischen Finanzzeitung "Il Sole 24 Ore" (Dienstagsausgabe).

Reuters MAILAND. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe die Leitzinsen im März gesenkt "nicht wegen der negativen geopolitischen Elemente..., sondern wegen des stärkeren Euro, der verschlechterten Wachstumsaussichten und einem Rückgang der Risiken instabiler Preise."

Das Ratsmitglied der EZB äußerte sich zudem besorgt über die wirtschaftlichen Folgen der Lungenkrankheit SARS. Wenn nicht bald ein Impfstoff dagegen gefunden werde, könne diese eine größere Gefahr für die Weltwirtschaft werden als der Irak-Krieg. Die Wirtschaft in den USA könnte noch einige Zeit unter ihrem Potenzial wachsen, werde dank ihres robusten Bankensystems und der Wirtschaftspolitik aber nicht in eine Depression, also eine Phase jahrelang schrumpfender Wirtschaftsleistung, rutschen.

Die EZB hatte im März mit der sechsten Zinssenkung seit Mai 2001 den Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,50 % gesenkt. Viele Analysten erwarten wegen der schwachen Konjunktur und geringen Inflationsrisiken eine weitere Lockerung in den kommenden Monaten. Nach dem Ende des Irak-Krieges kamen jedoch Zweifel auf, ob die Notenbank eine weitere Verbilligung der Bankenrefinanzierung für notwendig halten würde.

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