Schwache Quartalsergebnisse erwartet
VW fährt tief ins Tal

In der Automobilbranche ist der ganz große Crash ausgeblieben. Doch der Druck bleibt hoch. VW hat es zum Jahresstart hart getroffen, BMW hält sein Tempo.

hof FRANKFURT. Wenn Europas größter Automobilkonzern VW und sein bayerischer Rivale BMW am kommenden Mittwoch und Donnerstag Quartalszahlen vorlegen, sind die Erwartungen alles andere als hoch. Die Automärkte sind zwar trotz des Irak-Krieges nicht völlig eingebrochen. Doch viele Käufer konnten nur mit hohen Vergünstigungen zur Anschaffung eines Neuwagens bewegt werden. Wie bereits bei Daimler-Chrysler wird sich dies zusätzlich zum negativen Währungseffekt durch den starken Euro in den Quartalszahlen niederschlagen.

Besonders schwach war das erste Quartal für den Wolfsburger Volkswagen-Konzern. Analysten gehen davon aus, dass sich das Vorsteuerergebnis im Vergleich zu 2002 halbiert hat. Bei BMW ist die Situation zwar entspannter, doch auch bei den Bayern dürfte sich der Trend sinkender Margen in den ersten Monaten fortgesetzt haben. Damit rechnen unter anderem die Experten von Deutscher Bank und Sal. Oppenheim. Bei beiden Unternehmen drücken hohe Kosten für die Einführung neuer Modelle auf die Ergebnisse. So steht VW vor dem Start des neuen Golf, der für den Konzern ebenso wichtig ist wie die neue 5er Serie für BMW.

Überraschen dürften die schwachen Ergebnisse daher niemanden. So hat VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder zuletzt keine Möglichkeit ausgelassen, die Investoren darauf vorzubereiten. Mit Erfolg: Bei der Vorstellung der Bilanz 2002 im März schickte er die Aktie mit seinem negativen Ausblick zweistellig ins Minus. Seit seinen Ausführungen auf der Hauptversammlung vor eineinhalb Wochen hat das Papier nach zwischenzeitlicher Erholung erneut mehr als zehn Prozent eingebüßt. Dass "das Ergebnis des ersten Quartals deutlich unter dem des Vorjahres liegen wird", begründete Finanzvorstand Bruno Adelt auch mit einem hohen Abschreibungsbedarf auf Wertpapiere. Die Autoexperten der Landesbank Rheinland-Pfalz und von Sal. Oppenheim halten eine Halbierung des Vorsteuerertrags für wahrscheinlich.

Kurzfristig ist bei VW keine Besserung in Sicht. So leiden die Wolfsburger in Europa unter der Nachfrageschwäche, in Frankreich brach der Absatz im April um ein Viertel ein. In den USA haben die Wolfsburger im April ein Sechstel weniger Autos als im Vorjahresmonat verkauft.

Die Marke BMW erlitt in den USA im April zwar ebenfalls leichte Einbußen, konnte sich aber durch den Erfolg des Mini erneut über die Nulllinie retten. Nahe an den Vorjahreszahlen bewegt sich auch der Ausblick von BMW fürs gesamte Jahr. So könnten sich die Margen nach Analystenmeinung ab Sommer wieder erholen. Das Ziel von BMW-Chef Helmut Panke, 2003 das Vorjahresergebnis zu halten, wird von Analysten wie Michael Dean von Merrill Lynch sogar als Untertreibung gewertet.

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