Schwache Technologiewerte
Dax geht schwächer ins Wochenende

Die deutschen Standardwerte haben sich am Freitag schwächer ins Wochenende verabschiedet. Der Dax verlor 1,1 % bzw. 56,63 Punkte auf 4 909,42 Stellen.

vwd FRANKFURT. Besonders in der Schlussaktion ging es nochmal deutlich südwärts. Die US-Konjunkturdaten am Nachmittag konnten dem Index kaum helfen. "Die Daten waren nicht so gut, dass sie ein deutlich positives Momentum generieren konnten", erklärte ein Händler. Die US-Industrieproduktion sei im November weniger gesunken als erwartet, während die Kapazitätsauslastung über den Schätzungen liege. "Beim Dax war am Freitag einfach nichts los", hieß es. Das nahe Jahresende werfe seine Schatten voraus. Viele Institutionelle hätten ihre Bücher schon geschlossen.

Verstärkt wurde die negative Tendenz durch technische Faktoren. Nachdem der Index seine Unterstützung bei 4 950 Stellen nicht verteidigen konnte, seien nun weiter sinkende Notierungen bis 4 830 Zähler zu erwarten. Besonders Technologiewerte tendierten schwach. Epcos verloren 0,7 % auf 55,18 Euro, Infineon 0,2 % auf 22,85 Euro und Siemens 1,6 % auf 67,41 Euro. SAP gaben 1,6 % auf 140,01 Euro ab. Die Aussagen von Oracle und Adobe seien als eine Art "Gewinnwarnung" aufgefasst worden, lautete die Begründung. Die Anleger befürchteten offenbar, dass die Phase der Gewinnwarnungen entgegen der bisherigen Hoffnungen mit dem Jahresende doch noch nicht abgeschlossen sein werde.

Mit Unverständnis reagierten Händler auf Berichte, denen zufolge für Investmentbanker der Deutschen Bank der Ausübungspreis der Aktienoptionen gesenkt wird. "Das ist überhaupt nicht nachzuvollziehen und schlecht für das Image", kritisierte ein Beobachter. Deutsche Bank gaben 0,7 % auf 73,70 Euro ab. Auch Hypovereinsbank tendierten schwächer und verloren 2,7 % auf 32,55 Euro. Grund dafür waren nach Einschätzung einer Analystin die Berichte über eine Ausgleichszahlung an die außenstehenden Aktionäre der DAB-Bank. Commerzbank legten dagegen zu und rückten um 0,3 % auf 17,32 Euro vor. "Das ist eine technische Reaktion auf die vorangegangenen starken Verluste", kommentierte ein Händler den Zuwachs.

Eine Meldung, der zufolge in der Aufsichtsratssitzung der Deutschen Post von Hinweisen auf ein sehr gut laufendes viertes Quartal gesprochen wurde, half der Aktie Gelb nicht, sie verlor 1,8 % auf 15,20 Euro. Pharmawerte tendierten leichter nach der Gewinnwarnung von Bristol-Myers Squibb. Dabei sei die Warnung unternehmenspezifisch, sagte ein Händler. Dennoch verminderten sich Schering um 1,2 % auf 58,29 Euro, und auch Bayer litten darunter.

Eon trotzten hingegen dem Markttrend und legten um 0,4 % auf 54,62 Euro zu. Der Wert könnte nach Einschätzung eines technischen Analysten jetzt bis auf 57,50 Euro steigen, nachdem er den Abwärtstrend überwunden habe. Die positive Candlestick-Formation signalisiere eine starke Unterstützung bei 53,00 Euro. Das charttechnische Kaufsignal bestätige die "bullishe Einschätzung".

In der zweiten Reihe waren Gold-Zack auffällig. Die Aktien gehörten zu den größten Verlierern. Sie rutschten um 6,6 % auf 2,85 Euro ab. Der Kurs wurde nach Einschätzung einer Analystin von Bedenken belastet, dass die Gontard & Metallbank weiter unter der anhaltenden Börsenschwäche und dem ausbleibenden IPO-Geschäft leiden wird. Berichte über eine Schieflage hatte die Bank am Vormittag dementiert. Rund 44 % der Bank gehören Gold-Zack.

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