Schwache US-Arbeitsmarktdaten belasteten den Markt
Wall Street geht mit Verlusten ins Wochenende

Die New Yorker Aktienmärkte haben zum Wochenausklang die deutlichen Gewinne vom Donnerstag wieder abgegeben und in der Verlustzone geschlossen. Händler führten den Stimmungsumschwung an den Märkten auf eine Reihe belastender Unternehmensmeldungen sowie auf unerwartet schwache US-Arbeitsmarktdaten für den Monat März zurück.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte ging 1,28 % tiefer auf 9 791,0 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 2 % auf 1 128,43 Zähler, während der technologielastige Nasdaq-Composite-Index 3,62 % tiefer auf 1 720,39 Zählern schloss.

Dem am Freitag veröffentlichten Bericht des US-Arbeitsministeriums zufolge sank die US-Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 86 000 Stellen. Dagegen hatten Ökonomen einen Zuwachs von rund 58 000 Stellen erwartet. Die Arbeitslosenrate stieg im März mit 4,3 % auf ihren höchsten Stand seit Mitte 1999. Im Februar hatte die Rate noch 4,2 % betragen. Unter Börsianern war es umstritten, ob die US-Notenbank Fed wegen des Anstiegs der Arbeitslosenrate vor der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses im Mai eine Senkung der Leitzinsen vornehmen werde. Negativ für die Börse sei aber die Tatsache, dass sich die US-Konjunktur immer noch schwach entwickle, hiess es.

Im Technologiesektor verzeichneten die Aktien des Telekom-Ausrüsters Tellabs deutliche Kursabschläge und brachen um 17,18 % auf 33-3/4 Dollar ein. Zuvor hatte das Unternehmen seine Ertragsprognose für das erste Quartal 2001 zum zweiten Mal nach unten revidiert. Ebenfalls zu den Verlierern gehörten auch die Papiere des Netzwerkausrüsters Agilent, die um 9,21 % auf 27,80 Dollar nachgaben. Das Unternehmen hatte am Donnerstag nach Handelsschluss gemeldet, es habe in den vorangegangenen Wochen deutlich weniger Lieferaufträge erhalten. Auch Sycamore Networks standen unter Druck und ermäßigten sich um 20 % auf 7-1/4 Dollar. Der Internetausrüster hatte am Vortag nachbörslich Verluste im dritten Quartal 2000 und einen Stellenabbau bekannt gegeben.

Im Trend negativ schlossen die Aktien des Netzwerkherstellers Cisco Systems, die 8,79 % auf 13-5/8 Dollar verloren. Auch Intel verzeichneten Abschläge und gaben 7,8 % auf 23-5/8 Dollar ab. Zuvor wurde gemeldet, die Europäische Kommission untersuche die Verkaufspraktiken von Intel.

Von einer deutlichen Verkaufswelle wurden die Papiere des Unterhaltungselektronik-Händlers RadioShack Corp erfasst, die 26,49 % auf 28,30 Dollar einbrachen. Zuvor hatte das Unternehmen eine Verringerung seiner Ertragsprognose für das laufende Geschäftsjahr wegen rückläufiger Verkäufe in Aussicht gestellt. "Gestern verzeichneten viele Händler Gewinne, die sie heute mitnehmen", kommentierte Fred Kugel, Investment-Stratege bei Stein, Roe & Farnham, den Verkaufsdruck an der Technologiebörse nach den negativen Unternehmensmeldungen.

Die Liste der Verlierer unter den Standardwerten führten die Papiere von Motorola an, die über 23 % auf 11,50 Dollar absackten. Das Unternehmen dementierte am Freitag einen Zeitungsbericht, wonach das Unternehmen angeblich unter Liquiditätsproblemen leide.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,25 Milliarden Aktien den Besitzer, dabei überwogen 2 125 Verlierer 878 Gewinner, während 218 unverändert blieben. Bei Umsätzen von 1,83 Milliarden Aktien schlossen an der Nasdaq 2 414 Titel im Minus, 1 228 Titel im Plus und 607 unverändert.

Am US-Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden 30-jährigen Bonds zuletzt um 30/32 höher und erbrachten eine Rendite von rund 5,47 %.

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