Schwache US-Konjunkturdaten helfen der europäischen Gemeinschaftswährung
Der Euro entfernt sich von seinem Drei-Monats-Tief

An den Devisenmärkten zeigte sich der Euro am Mittwoch freundlicher und stieg bis zum Mittag auf 0,9725 Euro, nachdem er noch am Dienstag bis auf ein Drei-Monatstief fiel. Altbekanntes wie die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Irak-Konflikts sowie die schwächelnde US-Konjunktur waren der Auslöser.

scc FRANKFURT/M. Der ZEW-Index zur Konjunkturentwicklung fiel weniger stark als erwartet, was den Euro-Kurs beflügelte. Trotzdem impliziere er eine unveränderte Abnahme der wirtschaftlichen Dynamik, wie es von Seiten der Bremer Landesbank hieß.

Ob es der Euro allerdings in den nächsten Tagen wieder über die Widerstandslinie von 0,9750 US-Dollar schafft, dürfte nach Ansicht vieler Experten vor allem davon abhängen, welcher Wirtschaftsraum sich künftig weniger schwach präsentiert. Gestern hieß es aus den USA, dass dort die Verbraucherpreise im August um 0,3 % gestiegen sind, was den Dollar zusätzlich belastete. Das stärker als von Analysten erwartet gesunkene US-Außenhandelsdefizit hatte indes kaum positiven Einfluss, da man sich immer noch in der Nähe des bisherigen Rekordhochs befindet. "Der Euro hängt schon seit zwei Monaten zwischen 0,96 und 0,99 Dollar und das kann auch noch eine ganze Zeit so bleiben", so Michael Burckhart von der Helaba. Wenn diese Spanne verlassen werden würde, dann rechnet er eher mit einer Abschwächung des Dollar. Noch immer sieht er die Gefahr eines kriegerischen Konflikts der USA mit dem Irak nicht gebannt. "Die Amerikaner haben sich so weit aus dem Fenster gelehnt, die können nun nicht mehr zurück" so der Händler. Generell stufen die meisten seiner Kollegen die Lage am Devisenmarkt derzeit als so schwierig wie nur selten in den letzten Jahrzehnten ein.

Der Yen als dritte große Weltwährung stand am Mittwoch wegen der Ankündigung der Bank of Japan (BOJ), sie werde den Banken Aktien abkaufen, im Blickpunkt. Weniger überraschend war die Nachricht, man werde an der Nullzinspolitik festhalten und das Ziel für die Mindestreserve bei 10 bis 15 Billionen Yen belassen. Die japanische Währung gab zunächst nach, erholte sich jedoch schnell. Gleichzeitig erklärte die japanische Zentralbank, dass sie der Wirtschaft keine weitere Liquidität zur Verfügung stellen werde. Analysten erwarten, dass dies den Yen stützen wird. Die japanische Währung gewann von 122,04 auf 121,81 Yen je Dollar. In der Relation zum Euro legte der Yen von 118,86 auf 118,46 Yen zu.

Am deutschen Devisenmarkt wurde die Maßnahme der japanischen Notenbank, in den nächsten ein bis zwei Jahren von 10 bis 20 börsennotierten Unternehmen Aktien zum Marktpreis zu erwerben, mit Unverständnis aufgenommen. "Ich sehe in einer solchen Aktion auch einen Verlust an Glaubwürdigkeit", so Michael Burckhart. Alle drei maßgebliche Währungsräume dieser Welt seien derzeit "fußkrank".

Quelle: Handelsblatt

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