Schwache US-Kreditmärkte hatten Einfluss
Euro-Renten schließen mit Minus

Die europäischen Zinsfutures sind am Donnerstag wegen der Erholung an den Aktienmärkten und im Gefolge schwächerer US-Kreditmärkte mit einem deutlichen Minus aus dem Handel gegangen. Die Flucht in die Qualität hat nach Händlerangaben nach der Kursrally der Rentenpapiere vom Vortag, die Analysten vor allem auf die starken Verluste an den Aktienmärkten zurückführten, deutlich nachgelassen.

Reuters FRANKFURT. Der Blue-Chip-Index des Neuen Marktes Nemax50 lag bis 19.00 Uhr MEZ mit 0,23 % im Plus bei 2758 Punkten, nachdem er am Mittwoch zwischenzeitlich um bis zu zehn Prozent auf ein Jahrestief gesunken war. Auf den am Mittag veröffentlichten Emmissionskalender des Bundes haben die Euro-Renten nach Händlerangaben genauso wenig reagiert wie auf die Bekanntgabe der deutschen Dezember-Inflationsdaten.

Der Bund-Future verlor bei umsatzschwachem Geschäft bis Handelsschluss 26 Ticks auf 108,18 Punkte, nachdem das Papier am Vortag noch auf ein neues Kontrakthoch von 108,74 Zählern geklettert war. Der Bobl-Future verlor 27 Stellen auf 105,49 Punkte nach einem am Mittwoch erreichten Hoch von 105,84 Zählern. Der Schatz-Future gab drei Zähler auf 102,50 Punkte nach, nachdem er am Vortag noch ein Kontrakthoch von 102,56 markiert hatte. Die zehnjährige Bundesanleihe Januar 2011 notierte zum Handelsschluss mit 102,87 nach 103,18 % zur Kasse. Das Papier rentierte auf dem aktuellen Niveau mit 4,871 %.

Schwache US-Vorgaben drücken Euro-Renten

Gedrückt wurden die Euro-Renten im Tagesverlauf nach Händlerangaben von den besonders schwachen US-Vorgaben. Die richtungsweisende 30-jährige US-Staatsanleihe gab zwischenzeitlich wegen der Kursgewinne an der Technologiebörse Nasdaq um einen vollen Punkt nach. Bis 19.00 Uhr MEZ stieg der Kurs jedoch wieder etwas an und lag zuletzt mit 18/32 im Minus bei 111-26/32 Punkten. Auf diesem Niveau rentierte es bei 5,44 %. Der Nasdaq-Index gewann nach den 7,5-prozentigen Verlusten vom Vortag bis zum Abend gut drei Prozent und lag zuletzt bei 2404 Zählern. Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor bis 19.00 Uhr MEZ 0,93 % auf 6190 Punkte. Der Euro lag gegen 19.15 Uhr MEZ bei 0,9120/25 $ und damit weiterhin deutlich über der 0,91-Dollar-Marke. Am Vormittag war die Gemeinschaftswährung zum ersten Mal seit vier Monaten über diesen Wert geklettert.

Für Freitag rechnen die meisten Analysten mit weiter dünnen Umsätzen. "Am Markt bereitet man sich langsam auf Weihnachten vor", sagte ein Händler. In dieser vorweihnachtlichen Stimmung habe auch der am Nachmittag veröffentlichte Emissionskalender keinen spürbaren Effekt auf die Renten ausgeübt. Der Bund will der Mitteilung der Bundesbank zufolge im Jahr 2001 zur Finanzierung des Bundeshaushaltes und seiner Sondervermögen Wertpapiere im Volumen von insgesamt rund 138 Mrd. Euro begeben. Den geplanten Neuemissionen und Aufstockungen von Papieren stünden Tilgungen des Bundes und seiner Sondervermögen im Volumen von 162,3 Mrd. Euro gegenüber. Angesichts der hohen Tilgungen gehen Analysten nicht von einer Belastung des Marktes durch das Neuangebot aus.

Auch auf die Verlangsamung des deutschen Verbraucherpreisanstiegs für Dezember reagierten die Euro-Schuldverschreibungen nach Händlerangaben kaum. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte, ging die Jahresinflation im Dezember auf 2,2 von 2,4 % im Vormonat zurück. Im Jahresdurchschnitt 2000 stiegen die Preise den Angaben nach um 1,9 %, der höchsten Rate seit 1997. Analysten zufolge ist angesichts der sinkenden Energiepreise mit einer weiter rückläufigen Inflation zu rechnen.

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