Schwache Verfassung der japanischen Aktien dürfte diese Woche anhalten
Tokioter Börse wartet auf Kurskorrektur der US-Notenbank

In der neuen Woche wird mit einer anhaltend schwachen Verfassung der japanischen Aktienmärkte und weiterem Abgabedruck bei IT-Werten gerechnet.

ga TOKIO. In der neuen Woche wird mit einer anhaltend schwachen Verfassung der japanischen Aktienmärkte und weiterem Abgabedruck bei IT-Werten gerechnet. Für den Nikkei-Index, der im Zuge der anhaltenden Korrektur am Nasdaq-Markt zum Wochenschluss wieder bis auf 14 544,30 Punkte gefallen war, wird so eine Schwankungsbreite von 14 200 bis 15 000 Punkten prognostiziert. Für die japanische Währung wird entsprechend der weiteren innenpolitischen Entwicklung eine Bandbreite von 108 bis 110 Yen/$ erwartet.

Am Wochenschluss sind in Tokio auch Standardwerte wie Toyota Motor unter Druck geraten, da am Markt die Besorgnisse hinsichtlich der Konjunkturentwicklung in Nordamerika zugenommen haben. Vor allem aber führten die Erklärungen des früheren Generalsekretärs der regierenden Liberaldemokraten Koichi Kato über eine mögliche zweite Bankenkrise im kommenden Frühjahr zu Abgabedruck für die führenden Finanzinstitute des Landes, die in der neuen Woche ihre Halbjahresabschlüsse vorlegen werden. Kato begründet die von ihm in Gang gesetzte Palastrevolution zur Ablösung von Ministerpräsident Yoshiro Mori auch damit, dass im kommenden Februar wegen des anhaltenden drastischen Kursverfalls und der hiermit einhergehenden Abschmelzung der Stillen Reserven im Wertpapierbesitz der Banken eine weitere staatliche Rekapitalisierung nötig werden könnte, die nur mit Zustimmung der Opposition zu verwirklichen sei.

Kato führte hierzu am gestrigen Sonntag weiter aus, dass es entsprechend der Kursentwicklung in New York im kommenden Frühjahr zu einem erneuten Sturz des Nikkei-Index unter die 13 000 Punktemarke kommen könnte. Dies und die erneut anschwellende Konkurswelle könnten dann staatlichen Handlungsbedarf auslösen.

Von japanischen Brokerhäusern wird zwar überwiegend die Auffassung vertreten, dass die Korrektur im Hightech-Bereich nun weitestgehend abgeschlossen sei. Kaufinteresse besteht allerdings nicht. Bemerkenswerterweise wird allerdings von Japans führendem Brokerhaus Nomura Securities ein Verfall des Nikkei-Index unter die 14 000 Punktemarke nicht ausgeschlossen.

Shinichi Adachi, vormals Vorstandsmitglied von Wako Securties und jetzt Chef seiner eigenen Investment-Beratungsfirma, erklärte hierzu am Freitag in einem Vortrag zur Anlagestrategie im nächsten Jahr: Gegenwärtig werde das Geschehen in Tokio zu 50 Prozent durch die Entwicklung am Nasdaq-Markt geprägt; zu 25 Prozent durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage und erst an dritter Stelle zu einem weiteren Viertel durch die fundamentale Entwicklung (vorrangig die Ertragsperspektiven der Unternehmen).

Hauptursache des Kursverfalls in New York sei die geldpolitische Drosselung der Fed in den vergangenen Monaten. Die entscheidende Frage sei daher jetzt, wann es in den USA zu einer Revision des geldpolitischen Kurses komme. Er rechne hiermit nun allerdings erst frühesten im Januar 2001. Sollte die Fed allerdings am 19. Dezember ihre Einschätzung zur Inflationsentwicklung modifizieren, dürfte dies bereits zu einem Stimmungsumschwung am Aktienmarkt führen.

Kaufempfehlungen werden von UBS Warburg Securities für die Titel Shin-Etsu Chemical, einen der führenden Hersteller von Chemikalien für die Elektronikindustrie, und Anritsu, Hersteller von Kommunikations- und Messtechnik, ausgesprochen.

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